Sonderfahrt vom 06. bis 17. September in die Oberlausitz

Ausrichter: Hermi & Manfred Weber
Teilnehmer:
Herber Danne & Marianne Weldt, Rosemarie & Edwin Daum, Rosemarie & Jürgen Dillge, Sonja & Karl Felske, Gisela & Franz Höllwart, Annemarie & Josef Juraszczyk, Lore Lachner, Elisabeth & Peter Menzler, Gaby & Lutz Mürbe,

Sonntag 06.: Die Clubfahrt nach Genthin ist beendet und die Sonderfahrt in die Oberlausitz beginnt. Doch vor unserer Anreise nach Weißwasser (241km) stärken wir uns noch beim >Türken< in Genthin. Die Ausfahrt aus Genthin verläuft anders, als unsere Navis es uns vorgeben, weil durch ein Radrennen viele Straßen gesperrt sind. Über nicht ausgeschilderte, weiträumige Umwege, die uns durch wildes >Ostland< auf z.T. verschlungenen Pfaden führen, kommen wir doch noch auf die richtige Fährte. In Weißwasser ereilt uns ein ähnliches Schicksal. Weil hier heute >Waldeisenbahnfest< ist, kommen wir wegen der gesperrten Zufahrtsstraße nur verzögert auf unseren Stellplatz. Aber nach und nach nehmen wir auf dem grünen Areal unseren Platz ein und bestaunen schon mal die schnaufenden Loks und die mit viel Akribie gepflegten Wagen. Alles auf Schmalspur (60cm).

 

 

Montag 07.: Heute beginnt der Tag musikalisch. Wir bringen Rosemarie (Dillge) ein Ständchen und gratulieren herzlich zum Geburtstag.

 

 

 

Um 10 Uhr fahren wir mit der Waldeisenbahn (Sonderzug, nur für uns eingesetzt) nach Bad Muskau.

   

Der Bummel über den Polenmarkt im benachbarten Leknica entwickelt sich zum großen Kaufrausch, wie die Bilder zeigen.

  

Zur Erbauung besuchen wir zum Schluss das Weltkulturerbe >Fürst Pückler Park<, mit Schloss. Um 16 Uhr geht es mit unserem Museumszug zurück. Wir genießen wieder die Fahrt durch die schöne Landschaft. Den Abend begehen wir gemütlich, mit eingeschobener Modenschau, an den Mobilen.

  

Dienstag 08.: Um 4.30 Uhr weckt uns Rosemerie (Daum) weil Edwin keine Luft mehr bekommt. Der sofort gerufene Notarzt verfügt Einweisung ins Krankenhaus. Wie wir später erfahren hat Edwin einen Herzinfarkt gehabt und möglichweise hat er eine angehende Lungenentzündung. Nach Absprache mit Rosemarie setzt die Gruppe erst mal die Reise fort.

 

Unser erstes Ziel ist die Besichtigung des Braunkohletageabbaus in Weißwasser. Ein Video und etwas langatmige Ausführungen brachten uns den Abbau näher. Details über Umweltverträglichkeit blieben weitestgehend im Dunkeln. Trotzdem war der Blick vom Turm (162 Stufen) sehr imposant.

 

 

 

Nach der Besichtigung machten wir den Hopser (15km) nach Boxberg-Nochten. Nach angemessener Mittagspause haben wir den vor wenigen Jahren angelegten sehr schönen Findlingspark besucht.

 

 

 

 

 

Anschließend startete in unserer Wagenburg die Geburtstagsparty, die gestern aus Zeitgründen nicht stattfinden konnte. Gegen Abend sind Gisela und Franz zurück nach Weißwasser gefahren, um Rosemarie Daum Gesellschaft zu leisten.

Mittwoch 09.: Gisela und Franz sind wieder bei uns und so fahren wir nach Görlitz und beziehen gegen 11 Uhr den Platz an der Stadthalle, direkt an der Neiße. Polen liegt nur einen Steinwurf entfernt und so machen wir uns auf den Weg, kaufen auf dem Markt ein und leckeres Essen -typisch polnisch- gibt es auch für kleines Geld.

 

Um 14 Uhr sind wir an der Tourist-Information zur Stadtbesichtigung Görlitz verabredet. 1½ Stunden wird uns von Herrn Kienz das schön restaurierte Görlitz näher gebracht. Auffällig die vielen schönen Türen.

   

An der Neiße bummeln wir zurück und machen es uns an den Mobilen gemütlich. Elisabeth und Peter wollen in Polen noch einmal >Ginocken< essen, aber das Lokal hat leider geschlossen. Heute Abend löst sich die Runde etwas früher auf, denn es gibt Fußball: Deutschland gegen Aserbeidschan. Ergebnis: 4:0.

 Donnerstag 10.: Wir fahren weiter nach Zittau. Um 11 Uhr treffen wir Frau Richter, die uns kompetent und freundlich durch die Stadt führt. Man merkt ihr die Liebe zu Zittau förmlich an. Sie erzählt uns auch die Geschichte des Fastentuches und gibt uns eine Infobroschüre. Auf einen Museumsbesuch verzichten wir. Anschließend gehen wir im >Alten Sack< essen. Viele entscheiden sich für >Teichlmauken<, ein typisch lausitzisches Gericht. Am Nachmittag suchen wir alle den Schatten an unseren Mobilen und genießen den Tag. Später zocken die Frauen ganz kräftig und wir Männer halten uns an den Gläsern fest. Ein Telefonat mit Rosemarie, die weiterhin in Weißwasser ist, ergibt keine neuen Erkenntnisse. Edwin konnte heute einen kleinen Spaziergang machen, muss aber weiterhin im Krankenhaus bleiben.

 

Freitag, 11.: Heute Nacht fing es an zu regnen und es ist heute Morgen immer noch grau in grau. Wie geplant fahren wir um 9:15 Uhr mit der Zittauer Schmalspurbahn ins Gebirge nach Oybin.

Hier fahren wir mit einer kleinen Touristenbahn hinauf zur Burg.

 

 

 

 

 

 

 

Kloster- und Burgruinen, sowie mehrere Ausstellungen zeugen von der langen Geschichte dieser Anlage. Die Aussicht vom Klosterturm (Wendeltreppe 121 Stufen) wird durch die tief hängenden Wolken leider beeinträchtigt.

 

 

Auf dem Rückweg besuchen wir noch die am Felshang gebaute Kirche, dessen Altar darum unterhalb der Kirchenbänke steht.

Am frühen Nachmittag zurück an den Mobilen, fahren einige ins ein Kilometer entfernte Polen zum Tanken, so dass wir morgen alle gut ausgestattet sind.

 

 

 

 

Samstag, 12.: Wir fahren nach Löbau. Dort oben im Wald steht der einzige gusseiserne Turm Deutschlands. Er ist 156 Jahre alt, nach der Wende zerlegt, restauriert und wieder aufgebaut. Höhe 28m, die man für 1€ erklimmen kann. Nach 120 Stufen hätte man einen herrlichen Blick ins weite Land, wenn es heute nicht so diesig wäre.

Dieser Käfer zeigt sich in voller Pracht.

Nach der Besichtigung, fahren wir weiter nach Cunewalde, dem wohl schönsten Tal der Oberlausitz. Wir richten uns auf dem Festplatz ein und genießen die wieder aufgetauchte Sonne.

 

Am Nachmittag gehen wir Männer ins nahegelegene Kraftfahrzeug- und Technikmuseum. Ein Verein, mit ca. 20 unentwegten Mitgliedern hat hier Raritäten der Spitzenklasse zusammengetragen und aufs Beste restauriert. Man hört immer nur: Schau mal hier, das gibt’s doch gar nicht, das kenne ich noch aus meiner Kindheit usw. usw. Dieses Museum (Eintritt 2€/P) ist sehr zu empfehlen.

    

 

Zurück am Platz, bekommen wir Besuch von „Helmut", einem Cunewalder, der -eine Flasche Kräuterlikör unterm Arm- mit uns anstoßen möchte; und so entwickelt sich ein reges und interessantes Gespräch, das erst durch den Aufruf zum Abendessen beendet wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 13.: Heute ist >Tag des offenen Denkmals<. Wir wollen teilhaben und gehen zum Treffpunkt >Kleene Schenke<. Dort treffen wir Herrn Müßiggang, der uns alle Einzelheiten eines >Umgebindehauses< erklärt und in dem kleinen Museum oben in der Kleenen Schenke uns auch die originalen Handwerkszeuge, die man früher für die Holzbearbeitung benötigte, zeigt. Auch reichhaltige geologische Funde aus der Lausitz werden uns gezeigt und erklärt.

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Weg in den Umgebindehaus-Park, sehen wir viele Umgebindehäuser,
die im besten Zustand und bewohnt sind.

 

 

In dem Park stehen ca. 20 historische Umgebindehäuser aus der Lausitz,
die originalgetreu im Maßstab 1:5 nachgebaut sind.

  

Später wechseln wir in die größte Dorfkirche Deutschlands, mit 2632 Sitzplätzen und drei Emporen. Hier finden häufig Konzerte statt und einzigartig ist, wenn jedes Jahr am Heiligen Abend, 40 junge Christen mit leuchtenden Lichterpyramiden in die Kirche einziehen. Uns wird von einem Mitglied der Kirchengemeinde die Entstehung und Besiedelung des Cunewalder Tales, mit den Berghängen >Bieleboh< (weißer Gott) auf der einen Seite und >Czorneboh< (Schwarzer Gott) auf der anderen Seite des Tales, erklärt. Zum Schluss durften wir noch den altwürdigen Kirchturm besteigen (195 Stufen) und hatten einen herrlichen Blick über das Tal. Danach haben wir in der „Blauen Kugel" heimische Spezialtäten gegessen. Am Nachmittag fängt es leider an zu regnen, so dass die gemütliche Runde vor den Mobilen ausfällt.

  

Montag, 14.: Wir fahren ins Zentrum der Sorben nach Bautzen. Frau Pohl führt uns sachkundig und mit unendlichem Redeschwall durch die Stadt der Türme und des Senfs. Nach 1½ Std. Information über Wehr-, Wasser- und Kirchtürme und natürlich anderes Wissenswertes, gibt es heimische Kost im „Wjelbik", dem bekanntesten sorbischen Restaurant der Stadt. Die Besteigung des schiefen Reichenbach-Wasserturmes, der 1,44m aus dem Lot ist, schenken wir uns, da wir 1,40€/P für unangemessen halten. Von unserem Stellplatz haben wir einen sehr schönen Blick über das alte Spreetal zum Dom, alten Wasserturm und der Ortenburg. Das Wetter hält sich, es ist bewölkt, aber trocken.

          

 

Dienstag, 15.: Unser nächstes Ziel ist der Saurierpark in B-Kleinwelka, 5km vor den Toren Bautzens. Dort besuchen wir den größten Irrgarten Deutschlands, amüsieren uns köstlich, erreichen das Ziel letztlich doch und können den Stempel in unsere Eintrittskarten drücken. Marianne schwebt noch einmal schnell mit der Seilbahn über den Irrgarten und dann geht es in das Rätsellabyrinth. In Gemeinschaftsarbeit bewältigen wir die Aufgaben und erhalten das Lösungswort:: URLAUBSWOCHEN

 

 

 

Danach ist für uns der Ausgang frei und wir können unsere Fahrt nach Kamenz fortsetzen. Hier angekommen ist Mittagszeit und so gehen wir in die >Altertumsschenke<. Hier sitzen wir, umgeben von herrlichen Museumsstücken aus der sog, >Guten alten Zeit< und genießen gutes Essen zu angemessenen Preisen. Anschließend mit vollem Magen und und bergauf zu den Mobilen. Alle freuen sich auf die Mittagsruhe. Nach dem Kaffeetrinken besuchen wir die Innenstadt mit dem schönen Rathaus. Das Museum der Westlausitz ist hochinteressant und wir statten natürlich auch in der Geburtsstadt >Lessings<, dem Museum einen Besuch ab. Es ist wieder richtig warm geworden, so dass wir den Abend in gemeinsamer Runde verbringen. Anm.: Edwin hat gestern in Hoyerswerder einen Herzkatheder und zwei Stands gesetzt bekommen und ist heute von seiner Tochter abgeholt und mit dem Mobil nach Hause gefahren worden.

 

 

 

Mittwoch, 16.: Heute fahren wir erstmals etwas früher los (8.30 Uhr), um pünktlich zur Werksbesichtigung der >Nudelfabrik Riesa< da zu sein. Per Video und Rundgang, wird uns die Fabrikation der Nudeln näher gebracht und mit einem Nudelpaket und Schlüsselanhänger verabschiedet. Das werkseigene Restaurant bietet diverse Nudelgerichte an, so dass wir gut gesättigt unseren Stellplatz an der Elbstraße aufsuchen können.

 

 

 

 

Ein Bummel durch Riesa rundet den Besuch ab. Wir lassen es uns hier an den Elbauen gut gehen und beenden diese Oberlausitzfahrt feucht und fröhlich, bei herrlichem Spätsommerwetter.
Die Letzten haben gegen Mitternacht ins Bett gefunden.

 

Eine Fahrt ist zu Ende, auf der wir sehr viele schöne Eindrücke von Land und Leuten gewonnen haben.

 

Lore hat noch ein Gedicht verfasst, das ich nicht vorenthalten möchte.

Die Lausitz ist eine Reise wert,
darum war es nicht verkehrt,
dass Hermi & Manfred sich entschlossen,
da fahren wir hin mit den RMC-Genossen.

Schnell fand sich eine Schar
und alle dachten, das wird wunderbar.

Mit zehn Mobilen ging es los,
und die Reise wurde grandios.

Schlösser, Klöster, schöne Garten,
erlebten wir auf unseren Fahrten.

Stadtbesichtigungen, Bergbau, Märkte von Polen,
dort ist es auch billiger Sprit zu holen.
Umgebindehäuser, hohe Türme,
schönes Wetter, keine Stürme.

Bei leckerer Bowle, Bier und Wein,
konnte es nicht besser sein.

All das erlebten wir voll Harmonie,
diese Reise vergessen wir nie!

Vielen Dank sagen wir euch Beiden
und so wie es ist, so soll es bleiben.

Drum überreichen wir vom ganzen Pack,
als Dankeschön für euch, einen „alten Sack".

Euer Oker-Löwe
       

 

Nachtrag:
Donnerstag 17.:
Einige Unentwegte, haben auf der Rückreise noch Station in Goseck gemacht, um das 7000 Jahre alte Sonnenobservatorium zu besichtigen. Die Weiterfahrt ging dann nach Nebra-Wangen um den Fundort der 3600 Jahre alten Himmelsscheibe zu besichtigen. Hier haben wir noch einmal übernachtet.

 

 


Freitag 18.: Heute Morgen streikt Herbert sein Mobil. Der Motor will nicht anspringen. Der gerufenen ADAC kann auch nicht helfen und so wird das Mobil nach Querfurt in eine Fachwerkstatt gebracht. Der Fehler wird behoben, obwohl die Ursache nicht eindeutig gefunden werden kann. Am frühen Nachmittag ist alles zur Weiterfahrt bereit.

 

 

 

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