Sonderfahrt Mosel, Mai 2016

Ausrichter: Harald Ahrens

Teilnehmer: Herbert Danne u. Marianne Weldt, Bernd u. Sabine Hormann, Klaus u. Ilona Krohl, Reiner u. Frauke Kuhnke, Lore Lachner, Sigrid u. Lothar Masberg, Gerd u. Bärbel Pecylle, Karin Prinzler, Burkhard u. Ilse Schlegel, Armin u. Sabine-Anke Stubbe, Willi u. Christel Zimmer.

 

 

 

Sonntag, 08.: Anschluss unserer Clubausfahrt nach Mainz, starteten wir bei herrlichem Sonnenschein nach Rüdesheim. Unser Ausrichter Harald hatte als ersten Programmpunkt die Drosselgasse ausgesucht. Wir fuhren den Campingplatz >Am Rhein< an. Der Platz liegt direkt am Rhein, ist etwas hochpreisig, aber dafür mit einem Sanitärgebäude vom Feinsten. Sauber, geräumig, geschmackvoll gefliest usw. Ein schöner Anfang für unsere Sonderfahrt.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, gingen wir in den Ort. Bei dem herrlichen Wetter war es natürlich voll. In der Drosselgasse herrschte ein Gedränge und Geschiebe, aber egal -wir waren da. Gegen 17 Uhr begaben wir uns in eine der urigen Gaststätten, um unser Abendessen einzunehmen. Die Bedienung war sehr nett und hatte auch viel Humor, die Stimmung war sehr gut.

Inzwischen war es Zeit, um nach Hause zu gehen. Gemächlich ging es zurück zu unseren Mobilen. Wie üblich bildeten wir einen Kreis und ließen diesen schönen Tag bei einem Gläschen und netten Gesprächen ausklingen.

  

Montag, 09.: Heute sollte es weitergehen nach Bad Sobernheim. Wir mussten von Rüdesheim aus mit der Fähre übersetzen, um auf die andere Seite des Rheins zu gelangen. Hierzu muss man wissen, dass es nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg, auf einer Länge von ca. 80 km, keine Brücken mehr gibt. Sie wurden nicht wieder aufgebaut. Für die Anwohner ist das eine Zumutung, sind die Fähren doch kostenpflichtig.
Petrus meinte es wieder gut mit uns. Unsere Fahrt führte uns vorbei an Weinbergen, blühenden Rapsfeldern und durch schmucke Ortschaften. Dazu das zarte Grün der Blätter an den Bäumen, es war ein Tag wie gemalt. Gegen Mittag kamen wir auf den Stellplatz in Bad Sobernheim an. Ein sehr schöner ruhiger Platz, sehr zu empfehlen. Weitere Aktivitäten waren nicht geplant, wir ließen die Seele erst mal baumeln.
Am späten Nachmittag wurden wir aber alle wieder munter, schließlich wollten wir Puffer backen. Die Zutaten wurden von unserer Lore gesponsert, der Rest war Gemeinschaftsarbeit. Ich wusste bis dato nicht, wie vielfältig die Zubereitung des Kartoffelteiges sein kann. Und dann erst die Beilagen, eine echte Herausforderung. Egal wie dieses Gericht zubereitet und verzehrt wurde, alle waren am Ende satt und zufrieden. Nach dem gemeinsamen Abwasch saßen wir noch lange zusammen.

  

Dienstag 10.: Heute schien leider keine Sonne. Schon in der Nacht begann es zu regnen. Ausgerechnet heute konnten wir das nicht gebrauchen. Also wurde sich wetterbedingt angezogen und unser Besuch im größten Freilichtmuseum von Rheinland-Pfalz konnte beginnen. Vorher mussten wir noch Ilse und Burghard verabschieden. Leider konnten sie nicht länger bei uns bleiben. Hier im Museum konnte man sehen und erleben, wie die Menschen in den letzten fünf Jahrhunderten gelebt, gewohnt und gearbeitet hatten.

 

 

 

Um das vergangene Alltagsleben möglichst anschaulich und greifbar zu machen, werden seit Mitte der 70er Jahre historische Häuser Stein für Stein und Holz für Holz vor Ort abgebaut und im malerischen Nachtigallental originalgetreu wieder aufgebaut. Vierzig Gebäude in vier Museumsdörfern repräsentieren die Hauslandschaften in Rheinhessen: Eifel, Hunsrück und Pfalz, an Mosel, Nahe und Mittelrhein. Zwischen den Museumsdörfern liegen Hausgärten, Äcker und Wiesen. Auf Weideflächen leben und grasen seltene und bedrohte Nutz- und Haustiere.

 

 

 

 

Gegen Mittag machten wir uns auf zu unserem neuen Ziel: Idar-Oberstein. Vorher wurde eingekauft und getankt, da war für uns noch alles in Ordnung. Idar-Oberstein besteht aus mehreren Stadtteilen, das wollte unser Navi nicht verstehen. All unsere Mitfahrer waren schon auf dem Stellplatz angekommen, nur wir suchten und suchten. Mein Klaus wurde langsam nervös und ich immer stiller. Zum Schluss, es machte sich langsam auch Verzweiflung breit, kontaktierten wir Karin Prinzler und mit ihrer Hilfe erreichten schließlich auch wir den Stellplatz. Nach dieser Irrfahrt brauchten wir erst mal Ruhe. Das Wetter war immer noch nicht besser, also wurde gefaulenzt.

Mittwoch 11.: Heute wollen wir Idar-Oberstein erkunden. Um 10 Uhr besuchten wir das Deutsche Edelsteinmuseum. Wir waren für eine Führung angemeldet. In einer restaurierten stilvollen Gründerzeitvilla werden auf drei Etagen alle Edelsteinarten dieser Welt mit mehr als 10.000 Exponaten gezeigt. Neben funkelnden Diamanten und Edelsteinen ziehen auch kunstvoll gearbeitete Gravuren und Skulpturen sowie ausgesuchte Mineralien den Besucher in ihren Bann. Es sind ausschließlich Leihgaben von Privatleuten. Im Gewölbekeller finden regelmäßig Sonderausstellungen, mit Spezialthemen aus dem Edelsteinbereich, statt. Besucher, interessierte Laien und auch Fachleute sind immer wieder von der Vielfalt und Qualität der Exponate beeindruckt. Repräsentieren sie doch die Einzigartigkeit der Edelsteinregion Idar-Oberstein. Uns wurde anschaulich erklärt, wie die Edelsteine verarbeitet wurden. Erschreckend war auch die Tatsache, dass die Edelsteinschleifer in der Vergangenheit nur ca. 35–40 Jahre alt wurden. Die ungesunde Haltung beim Schleifen, das Einatmen des Staubes und der Hunger ließen die Menschen nicht alt werden. Dazu kam die Kälte in den Wintermonaten. Gegen den Hunger wurde geraucht und gegen die Kälte getrunken. Verdient haben nur die Minenbesitzer und die reichen Privatleute, aber die eigentlichen Künstler -die Schleifer- bezahlten diesen Wohlstand all zu früh mit ihrem Leben. Nur gut, dass es heute nicht mehr so ist. Nach den Werten, die hier ausgestellt waren, befragt, antwortete man uns, dass es sich um mehr als 100 Millionen Euro handeln würde. All das wurde von Privatleuten zur Verfügung gestellt. Nach dem Rundgang wartete der Museumsshop auf uns. Ich hatte noch nie so viel Schönes auf einmal gesehen. Ich entschied mich für vier Edelsteinketten; zugegeben die Wahl fiel schwer.
Voll mit neuem Wissen und unseren kleinen Schätzen, machten wir uns auf zur Brasserie. Es war Mittag geworden und Zeit, um was zu essen. Doch während des Essens bekam Armin einen Notruf aus der Heimat und er und Sabine mussten uns sofort verlassen.

  

Ich hatte für den Nachmittag eine Stadtführung gebucht. Gegen 14.30 Uhr fuhren wir mit dem Stadtbus nach Oberstein. Da wir fremd waren und uns niemand sagen konnte, wo der Phillip-Becker-Platz ist, begann ein Suchen nach dem Treffpunkt mit unserer Stadtführerin. Die Dame hatte auch noch ihr Handy aus. Deshalb konnte ich auch nicht fragen, wo sie denn auf uns wartet. Wie heißt es so schön -wer suchet der findet- und so war es. Wir waren sogar noch pünktlich. Aber Lust hatte keiner mehr von uns. Das wurde auch von unserer Stadtführerin bemerkt und so gab es eine verkürzte Führung. Ich glaube alle waren froh, dass wir schnell mit dem Bus wieder zu unseren Mobilen fahren konnten. Für Klaus und mich steht fest, wir werden keine Stadtführung auf unseren Ausfahrten mehr buchen. Trotzdem wurde es wieder ein gemütlicher Abend vor den Mobilen.

  

Donnerstag 12.: Ausgeruht und ausgeschlafen ging es heute nach Starkenburg. Dort wartete der Winzer Andreas Weirich auf uns. Wir konnten auf seinem Gelände unsere Mobile abstellen und auch übernachten.
Während einer Weinprobe lernten wir Herrn Weirich kennen. Ein junger Winzermeister, der seiner Berufung gefolgt ist. Wie er uns erzählte, hatte er viel Glück in seinem noch jungen Leben. Nicht nur Glück gehört zum Erfolg, sondern auch viel Arbeit. Er ist nicht der Sohn eines traditionellen Winzers; seine Eltern besitzen eine Gaststätte. Im Jahre 2000 begann alles mit einer nebenerwerb-lichen Jahresproduktion von 3000 Flaschen. Heute hat sich daraus ein eigenständiges Weingut entwickelt. Er hat durch kompromisslose Qualitätssteigerung und Innovationen den Moselwein neu reformiert und der Erfolg gibt ihm Recht. Wer seine Weine probiert kann das alles verstehen. Unser Harald ist mit Andreas Weirich befreundet. Wer interessiert ist, kann Harald bestimmt ansprechen. Wir haben auf dieser Fahrt unseren Lieblingswinzer und seine Weine gefunden. Diesen Tag ließen wir wieder in netter Runde ausklingen.

  

Freitag 13.: Nach dem Frühstück machten wir uns fertig für unsere Moselfahrt. Von Traben-Trabach sollte es mit dem Schiff nach Bernkastell-Kues gehen. Um nach Traben zu kommen, mussten zwei Großraumtaxis bestellt werden. Eines kam auch, dass Zweite drehte seine Runden und fand uns nicht. Die Fahrerin aus dem ersten Taxi weigerte sich ohne ihre Kollegin los zu fahren. Außerdem hatte sie keine Preisliste und wollte unbedingt warten. Endlich kam auch das zweite Taxi und alle, bis auf Karin und ich, konnten mitfahren. Nun mussten wir wieder warten. Es dauerte bis man uns abholte. Dann bekam ich einen Anruf von meinem Mann, der mir mitteilte, dass Schiff fuhr doch schon um 10.45 Uhr und nicht um 11.15 Uhr. Alle waren an Bord – nur wir nicht und so fuhren wir mit dem Taxi dem Schiff hinterher, bis wir dann in Kröv zusteigen konnten. Das war nicht lustig. Auch sind wir der Meinung, dass uns dieses Mietwagenunternehmen zu viel bezahlen ließ. Ja, Freitag der 13.! In Bernkastell-Kues schien die Sonne und wir bummelten durch den Ort. Es wurden einige Einkäufe getätigt, was Frau so braucht, Deko eben. Plötzlich wurde es dunkel und Wind kam auf. Schnell zurück aufs Schiff. Dann ging auch schon das Gewitter los. Während der Heimfahrt hellte sich der Himmel wieder auf und wir konnten die Fahrt genießen. Die Rückfahrt mit den Taxen klappte diesmal besser.
Abends saßen wir wieder zusammen und unser Winzer spendierte, wie am Vorabend, zwei Flaschen Wein. Dieser Tag war doch anstrengend gewesen und so zogen wir uns auch bald in unsere Mobile zurück.

Samstag 14.: Cochem wartete auf uns. Nach der Verabschiedung von unserem Winzer Andreas fuhren wir los. Harald hatte für uns auf einem Campingplatz reserviert. Nach unserer Ankunft gingen einige einkaufen, andere wiederum in den Ort.
Am späten Nachmittag wurde der Grill angeheizt. Alle steuerten was dazu bei und so wurde auch jeder satt. Plötzlich fing Willi an Getränke aufzustellen. Hatten wir was verpasst? Nach den Grund gefragt, erfuhren wir, dass Christel und Willi heute ihren 57. Hochzeitstag hatten. Na dann Prost!
Es wurde doch etwas kühl; wir suchten dann bald die Mobile auf.

Sonntag 15.: Ausschlafen war angesagt. Daraus wurde für mich nichts. Überraschender Weise verließen uns vier Mobile. Schade. Gegen 10 Uhr war ein Stadtbummel mit anschließender Besichtigung der Reichsburg Cochem geplant. Harald und Klaus gingen zu Fuß zur Burg, während die anderen mit dem Shuttle-Bus zur Burg fuhren. Mehr als 100 Meter erhebt sich über der Mosel dieses spätgotische Bauwerk mit seinem unvergleichlichen Umriss. Die bauliche Beschaffenheit ordnet die Anlage in den Typus der Höhenburgen ein, die -geländebedingt- auf eine rundum Verteidigung eingestellt waren. Erwähnt wurde die Burg erstmals um das Jahr 1051. Die Burg Cochem wurde im Jahr 1689 durch die Franzosen besetzt und am 19.05.1689 in Brand gesteckt und gesprengt. Bis ins Jahr 1868 blieb die Burg eine Ruine. Der Berliner Kaufmann Louis Ravene` kaufte die Reichsburg und das Gelände für 300 Goldmark und ließ die Burg im neugotischen Stil wieder aufbauen. Jedoch blieben die spätgotischen Reste der Burg fester Bestandteil der wieder errichteten Burg. Sie diente der Familie Ravene` als Sommersitz und blieb 75 Jahre in Familienbesitz. Seit 1978 ist sie im Besitz der Stadt Cochem und wird heute von der Reichsburg GmbH verwaltet. Sie ist ein gern besuchtes Ausflugsziel. Hat man von hier oben doch einen herrlichen Blick auf die Mosel.

  

 

 

 

Nach diesem schönen Ausflug waren wir wieder ruhebedürftig. Gegen Abend kamen wir noch mal zusammen um unseren Harald ein kleines Präsent für die Ausrichtung seiner Fahrt zu überreichen.

Wir bedankten uns für seine Mühe und übergaben unser Präsent. Weil auch wir am nächsten Tag früh aufbrechen wollten, verabschiedeten wir uns schon mal von allen.

Montag 16.: Ende unserer Sonderfahrt und allgemeiner Aufbruch.
Wir haben viel gesehen und erlebt. Die Mosel ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Wie schnell doch eine Woche vergehen kann. Schön das man es wiederholen kann
Gut Roll Eure

    Ilona