Langzeitfahrt 2012
Russland (Moskau - Goldener Ring - St. Petersburg)
und die baltischen Länder (Litauen, Lettland, Estland)

       

Gaby & Lutz Mürbe

Mitreisende: Herbert Danne & Marianne Weldt, Monika & Gerhard Hanft, Sabine & Bernd Hormann, Lore Lachner, Erika Ortmann, Erika & Siegfried Pfohl, Karin & Martin Prinzler, Detlef Schmidt & Barbara König, Hermi & Manfred Weber, Christel & Willi Zimmer,
Gäste:
Traudel & Klaus Malchow

 

Vorwort: In Vorbereitung einer Reise ins Baltikum und St. Petersburg, ist Lutz mit anderen Reisemobilisten ins Gespräch gekommen und hörte, dass die Firma sanpietroburgo.it zu günstigen Konditionen eine Reise in Russland anbietet. Weitere Überprüfungen dieses Angebotes bestätigten sich und so wurde die Idee geboren, dieses als Langzeitreise in unserem Club anzubieten. Mit so großer Resonanz war eigentlich nicht zu rechnen, aber nun sind wir 12 Mobile und freuen uns auf die Reise. Die Zeit in Russland werden wir unter Reiseleitung sanpietroburgo.it durchführen und die weitere Fahrt machen wir in Eigenregie nach der großartigen Vorarbeit von Lutz. Es sind alle Anhalte-, Besichtigungs- und Übernachtungsplätze mit genauen Koordinaten ausgesucht und zum großen Teil, soweit es sich um Campingplätze handelt, von Lutz vorgebucht. In Russland selbst nutzen wir die Reiseleitung von sanpietroburgo.it.

Donnerstag, 14.06.: Treffpunkt ist Braunschweig, Salzdahlumer Straße, P Rote Wiese.
Wir werden außerhalb Russlands in zwei Gruppen mit Abstand ca. 10 Minuten fahren, um nicht als zu große Kolonne den Verkehr zu behindern. Pünktlich um 8 Uhr startet die erste Gruppe.
Mit einer kurzen Pause, um dem menschlichen Bedürfnis entgegenzukommen, erreichen wir mittags die Deutsch-Polnische Grenze bei Stettin. Hier tanken wir und befriedigen unsere Mägen.

Nun haben wir noch 254km bis zu unserem Landgasthof Zajazd Gosciniec in Smilien, direkt an der S 10. GPS 53°08‘53"N 17°30'45"E. Gebühr: 10€/N. Wir werden herzlich begrüßt und das vorbestellte polnische Nationalgericht Bigosch wartet auch schon auf uns. Als Nachtisch gibt es noch ein Stück Obstkuchen. Danke dafür. Nach dem Essen noch ein kurzes Treffen an den Mobilen mit einem kleinen Umtrunk, aber dann zwingt uns das kalte feuchte Wetter in die Mobile. Gute Nacht. Tageskilometer: 622

  

Bernd hat eine extra Runde eingelegt. Wir sind bereits weit in Polen, da merkt Bernd, dass er seinen Kfz-Schein vergessen hat. Was nun? Also zurück und holen! Das wird eine Nachtfahrt. >Töchti< wird angerufen und kommt mit dem Pkw entgegen. In Höhe Berlin wird die Übergabe vollzogen und nun zurück nach Polen. Gegen 01 Uhr sagt die Navi: Sie haben das Ziel erreicht! Bernd steht auch vor dem Tor, sieht aber nichts und fährt weiter. Nun greift ihn die Polizei auf. Wer irrt hier nachts so durch die polnische Gegend? Nach kurzem Geplauder hat die Polizei ein Einsehen und liefert Bernd vor dem Tor ab, wo er kurz vorher schon einmal gestanden hat. Tor auf, Bernd rein und ab in den Tiefschlaf!

Freitag 15.06.: Heute Morgen werden wir mit strahlendem Sonnenschein geweckt. Abfahrt ist um 08:30 Uhr. Im nächsten Ort ist Großeinkauf beim Lidl; aber oh, je, nach der dritten Kartenzahlung streikt das System und die meisten müssen unverrichteter Dinge wieder abziehen. Wir fahren weiter über Ostróda, Olsztyn, Mikolajki nach Klusy und beziehen Quartier auf dem schön gelegenen und sehr gepflegten Agrotouristik-Campingplatz. GPS 54°47‘31"N 22°08‘49"E. Gebühr: 12€/N, inklusive Strom, Dusche und V/E. Das Wetter ist warm und so machen wir am Abend den ersten Stehumtrunk. Besonders auffällig sind Willi seine Gummischuhe. Damit er sie nicht verwechselt, hat er den linken mit einer Markierung und den rechten mit zwei Markierungen versehen. Ideen, wie bei Till Eulenspiegel! Tageskilometer: 385.

Samstag 16.06.: Wettermäßig ist nun wohl endgültig der Sommer eingeläutet. Hermi hat Geburtstag und so versammeln wir uns um 09 Uhr vor dem mit Luftballons geschmückten Mobil und gratulieren mit einem Ständchen. Es soll ein Tag der Völlerei werden. Nach einem Sektumtrunk machen wir einen Spaziergang zu dem nahegelegen See und so ist es bald 11:30 Uhr und Hermi lädt ein zu Kartoffelsalat und Würstchen; dazu wird Bier und Wein gereicht. Zur Kaffeezeit stehen einige Torten und Kuchen bereit. Als Erheiterung des Tages haben Gaby und Lutz noch ein Spiel vorbereitet. Blindbearbeitung nennt man so was. Es muss wohl lustig gewesen sein, alle haben gelacht, nur ich nicht. Warum wohl? Zur Krönung des Tages gibt es am Abend Forellen, die die Wirtsleute Joanna und Heinz für uns eingekauft haben und unser Räuchermeister Klaus in zwei Räucheröfen lecker zubereitet hat. Übrigens, Bernd hat auf dieser Reise die Aufgabe, die anfallenden Kosten bei uns einzusammeln und für uns gemeinsam zu bezahlen. Dies hat er heute sowohl für die Platzgebühren, wie auch für die Forellen schon getan. An alle Helfer ein herzliches Dankeschön. Wir genießen den Abend bei sommerlichen Temperaturen und einige sehen mal mit einem Auge die Fußballspiele der EM in Warschau und Breslau, wo es fürchterlich regnet. Wir hoffen auf weiterhin schönes Wetter.

   

Sonntag 17.06.: Heute gegen 6 Uhr hat es etwas geregnet, aber nun zur Frühstückszeit ist es wieder trocken und warm. Ver- und Entsorgen und gegen 09 Uhr fährt die erste Gruppe los. Wir überqueren die Grenze Polen-Litauen und sind in einer anderen Zeitzone. Die Uhren werden eine Stunde vorgestellt. Wir treffen uns in Trakai, der früheren Hauptstadt Litauens, auf dem ausgeschilderten Busparkplatz. Eine Frau wechselt uns 10€ in Litas und schon können wir den Parkautomaten bedienen. Ein kurzer Gang und wir sind am Galvesee. Das Wasserschloss liegt vor uns und eine Brücke führt auf die kleine Insel. Die Burg aus dem 14. Jhd. ist großflächig restauriert. Sie beherbergt heute ein Museum, das wir aber nicht besichtigen. Wir umrunden die Burg und kehren zurück. Nun noch schlappe 26 Kilometer und wir haben den City-Campingplatz in Vilnius erreicht. GPS 54°40‘49"N 25°13‘33"E. Am Ende des Platzes machen wir eine Wagenburg und bei unserer üblichen Kaffeerunde erklärt uns Lutz den weiteren Ablauf hier vor Ort. Am Abend, bereits sehr spät, sehen wir noch das EM-Spiel Deutschland-Dänemark. Ergebnis 2:1. Wir sind weiter! Tageskilometer 272

Montag 18.06.: Um 09 Uhr bewegen wir uns zur Bushaltestelle. Er fährt all 15 Minuten. Wir nehmen die Linie 16 und Bernd kauft die Karten für alle. Nach fünf Stationen wird festgestellt, dass wir in die falsche Richtung fahren. Also raus, auf die andere Straßenseite und ab ins Zentrum. Nach einigen Stationen steigen Kontrolleure ein. Zwei Frauen müssen raus und bekommen in einem Kleinbus eine Sonderbehandlung. Man gut, dass wir noch einmal Karten gelöst haben! Im Zentrum angekommen, kurze Richtungsorientierung und die Kirchenbesuche beginnen. Wenn auch die Bausubstanz außerhalb der touristischen Zeilen z.T. noch sehr zu wünschen übrig lässt, so sind die Kirchen doch alle ohne Ausnahme sehr gut restauriert und in bestem Zustand. Da wir zwischendurch in einer Bank auch Geld gewechselt haben lassen wir uns um die Mittagszeit in einer Pizzeria nieder. Gestärkt und ausgeruht treten wir den Rückweg an. Am Abend wieder Versammlung und Lutz erzählt etwas über die nächsten Etappenziele.

Dienstag 19.06. Früh aufstehen ist angesagt. Siegi hat heute Geburtstag; wir bringen ihm ein Ständchen und dann um 08 Uhr Abfahrt. Unterwegs noch einmal eingekauft und hier bekommt Hermi von einer alten Frau eine Pfingstrose geschenkt. Als Dank erhält sie von mir eine Lederjacke und ich kann mich der Umarmungen nicht erwehren, aber wenigstens der Küsschen.

Unser erstes Ziel ist die Holzkirche Stelmuze nahe der lettischen Grenze. Sie wurde im 18. Jhd. von den ansässigen Bauern als Dank gebaut. Da sie geschlossen ist, können wir sie leider nur von außen besichtigen. In Nachbarschaft steht eine ca. 1500 Jahre alte Eiche mit einem Umfang von 11 Meter; sehr imposant!

 

Wir fahren weiter und erreichen nach einem Kilometer die lettische Grenze, müssen aber nun viele Kilometer Piste fahren. Nach ca. 70 Kilometer erreichen wir Aglona, ein wichtiger Wallfahrtsort, mit einer großen Basilika. Die Fahrt geht weiter, z.T wieder über Piste nach Zilupes. Hier parken wir am Bahnhof GPS 56°23‘20"N 28°07‘14"E . Hinter den Mobilen machen wir eine Tischrunde und lassen uns von Erika und Siegi anlässlich seines Geburtstages verwöhnen, mit -ihr ahnt es schon- selbst gemachten Kartoffel- und Nudelsalat sowie Bockwürstchen; dazu wird Bier und Wein gereicht. Danke für alles!
Hier in Zilupes lernen wir nun auch die zwei Mobilbesatzungen kennen, die mit uns die Russlandfahrt gebucht haben. Es sind Gisela und Gregor aus Bahlingen, sowie Toni aus Neuss. Tageskilometer: 394 Am späten Abend sehen wir noch die letzten Vorrundenspiele der EM.

Mittwoch 20.06.: Heute heißt es noch früher aufstehen. Erika O. hat heute Nacht ihr Mobil verziert bekommen. Unbekannte haben zwei Eier gegen die Bordwand geworfen. Um 06 Uhr erwarten wir den Reiseleiter. Der meldet sich per SMS. Nach mehrmaligem Hin und Her bekommen wir den Auftrag an die Grenze zu kommen. Dort treffen wir um 7 Uhr ein und nun heißt es warten. Nach mehr als drei Stunden kommt Bewegung in die Warteschlange. Zuerst bekommen wir einen Ausreisezettel auf der lettischen Seite und dann noch Pass- und Zollkontrolle. Hier gab es ein Problem. Auf meinem Fahrzeugschein fehlte der letzte DEKRA-Stempel. Obwohl eine gültige Plakette am Nummernschild ist, wollte mich der Grenzbeamte nicht durchlassen. Ich sollte eine Bescheinigung bekommen, damit ich wieder in Lettland einreisen kann. Ein mehr als einstündiges Gespräch mit unserem Reiseleiter Herr Ugo führte letztlich dazu, dass ich ausreisen durfte und das alles ohne Vitamin B.
Nun beginnt die Einreiseprozedur an der russischen Seite. Zuerst den Ausreisezettel der lettischen Seite abgeben, dann ein Einreiseformular in doppelter Ausführung pro Person ausfüllen danach wieder Pass- und zu guter Letzt noch die Zollkontrolle. Hiervor hatten wir alle etwas Bammel, denn ein Jeder hatte zu viel Alkoholika an Bord. Aber die Kontrollen waren nur sehr oberflächlich und so gab es keine Probleme. Das alles war mit sehr viel Wartezeit verbunden, so dass wir nach insgesamt 8½ Stunden die Aus- und Einreiseprozedur hinter uns hatten. Nach Aussage unserer Reisebegleiterin Sacha, mit der wir nun unsere erste Versammlung hatten, dauert es meistens noch länger.

1. Tag Russland. Nach einer kurzen Mittagspause und tanken hier an der Grenze ging die Fahrt um 16.30 Uhr ab Richtung Nelidovo. Die Straße M9 gleicht in großen Teilen einer Rüttelpiste, so dass wir erst gern 22 Uhr in Nelidovo auf dem TIR Parkplatz ankamen. GPS 56°16‘ 21"N 32°46‘04"E. Hier wird getankt und danach noch eine kurze Versammlung mit der Information für den nächsten Tag und dann -ab nach Bett, denn langes Verweilen ist kaum möglich, weil die Mücken sehr aggressiv sind. Tageskilometer 309.

Donnerstag 21.06.: 2. Tag Russland. Um 08 Uhr fahren wir weiter auf der M9 nach Moskau. Die Straße ist immer noch weitestgehend in einem erbärmlichen Zustand. Wir freuen uns, dass die Mobile bisher fast unbeschadet durchgehalten haben. Nur bei Hörbi ist ein Knacken vorne rechts zu hören. Wie sich herausstellt ist ein Radlager beschädigt, aber die Weiterfahrt ist möglich. Nach einer kleinen ökologischen Pause und einer Mittagspause, treffen wir um 15:45 Uhr wohlbehalten auf dem Parkplatz Sokolnichekiy val 1B, GPS 55°47‘33"N 37°40‘23"E ein. Wir stehen auf einem Sportgelände. Unser Parkplatz, dient im Winter als Eishockeyplatz. Nebenan im Grünen machen wir es uns gemütlich und später erfolgt eine Versammlung mit Alexandra, genannt Sacha, Spitzname Röschen. Sie stellt uns den Ablauf der nächsten Tage in Moskau vor. Dieses gestaltet sich etwas schwierig, da der vorgelegte Plan in Teilen nicht mit unserer Buchung übereinstimmt, aber es regelt sich alles, zumal auch Ugo vor Ort ist, der den Überblick hat, denn Sacha scheint noch nicht allzu viel Erfahrung als Reiseleiterin zu haben. Danach haben wir Gelegenheit die Restsumme der Reisekosten zu zahlen und Geld zu wechseln, damit wir in Russland liquide sind. Auch diverse Andenken sind hier zu erstehen. Ugo kredenzt uns noch einen guten Wodka und so läuten wir den Abend gemütlichen ein. Tageskilometer: 327

   

Freitag 22.06.: 3. Tag Russland. Wir haben heute einen freien Tag. Wie alle Tage vorher, scheint die Sonne vom blauen Himmel und die Temperatur ist um 08 Uhr bereits bei 18°C. Gegen 09:30 Uhr machen wir uns auf den Weg um die 15 Millionen Metropole Moskau etwas zu erkunden. Mit der Metro, deren Züge in zwei Minutentakten fahren, geht es sechs Stationen bis in die Innenstadt. Das weltbekannte Kaufhaus GUM ist unser erstes Ziel. Die Größe ist enorm, über mehrere hundert Meter in der Länge und in drei Gängen, sowie drei Etagen erstreckt sich das Kaufhaus. Die Dächer sind gläsern, so dass alles sehr hell ist. Die Aufmachung ist exklusiv, denn bekannte Namen aus aller Welt sind hier vertreten. Wir gönnen uns als zweites Frühstück in einem der vielen Lokalitäten ein Schmankerl, jeder nach seinem Geschmack. Am frühen Nachmittag sind wir zurück.

Um 18 Uhr fährt Sacha mit uns in der Metro zum Moskauer Zirkus. Es ist ein riesiger Rundbaubau mit 12 Säulen. Der Andrang ist groß, aber pünktlich um 19 Uhr beginnt die Vorstellung. Nach über 2½ Stunden sehenswertes Programm, fahren wir zurück und erreichen pünktlich die EM Fußballübertragung Deutschland : Griechenland.
Die Übertragung per Fernsehen zu gucken ist nicht so einfach, denn wir sind bereits soweit im Osten, dass trotz Verdrehung des LNB nur noch wenige Sender zu empfangen sind. Lutz empfängt über Hotbird noch das ZDF und so ist hier gemeinsames Sehen möglich Das Spiel endet 4:1. Wir sind im Halbfinale!

Samstag 23.06.: 4. Tag Russland. Um 09 Uhr werden wir mit einem Bus zur Stadtrundfahrt abgeholt. Wir sehen die wichtigsten Gebäude der Stadt, wie die Basiliuskirche , den Roten Platz (300x112 Meter groß) mit der Kreml Mauer, das Gum-Kaufhaus (drei Gängen á 250 Meter lang, über drei Etagen mit ca. 2000 Geschäften), die Duma (Parlament), das Bolschoi-Theater, die Erlöserkirche mit der Verklärungskirche, (die 62 Stufen unterhalb liegt), den Sperlingsberg mit der Universität und der Panoramasicht auf Moskau, das Weiße Haus (Regierungssitz) usw.

Danach besuchen wir den Kreml, mit den sieben Kathedralen, dem Palast des Präsidenten, der riesigen Glocke, der größten Kanone usw. Wir bekommen über alles ausgezeichnete Erklärungen von unserer freundlichen Stadtführerin Tatjana. Einzelheiten bitte ich über WIKIPEDIA nachzulesen.
Am späten Nachmittag fahren wir mit der Metro zurück. Inzwischen ist eine französische Gruppe mit 14 Mobilen eingetroffen und unser Parkplatz ist jetzt voll. Es ist weiterhin sehr warm und der angekündigte Regen ist ausgeblieben; so machen wir es uns in der Runde wieder gemütlich.

Sonntag 24.06.: 5. Tag Russland. Heute Nacht ist der Regen doch noch gekommen. Heute Morgen bewölkt, aber warm. Um 09 Uhr treffen wir wieder Tatjana. Wir fahren gemeinsam Metro. Mit der Linie 1 (insgesamt gibt es elf Linien) fahren wir los zu den Bahnhöfen, mit den künstlerisch schönsten Ausstattungen. Es gibt Bahnhöfe mit Mosaiken, Malereien, Emaillierungen, Skulpturen und Stuckwerken. Alle haben ihre Geschichte und Erbauungszeiten. Der älteste ist aus dem Jahr 1938 und der jüngste aus dem Jahr 2005. Dieses ist auch die tiefste Station; die Rolltreppe ist 128 Meter lang. Tatjana hat uns viele Einzelheiten mitgeteilt, die wiederzugeben hier nicht möglich ist.
Wir verlassen die Metro und bummeln über die Arbat Straße. Hier war in früheren Jahrhunderten das arabische Viertel, daher auch noch der Straßenname. Heute ist es eine reine Einkaufsmeile für Touristen, hauptsächlich mit Andenken-Läden und Restaurants. Natürlich kaufen auch wir und stärken uns mit ein oder zwei Blinis und Bier. Anschließend ist Heimfahrt und Ausruhen angesagt.
Um 16 Uhr holt uns Tatjana wieder ab und wir fahren mit einem Bus zur Schiffsanlegestelle. Der Himmel ist weiß-blau und so haben wir eine schöne Fahrt (1½ Std.) auf der Moskwa und genießen die Aussichten auf die Stadt. Anschließend verabschieden wir uns von Tatjana, die uns zwei Tage lang freundlich und kompetent Moskau ein wenig näher gebracht hat. Dankeschön.

  

Montag 25.06.: 6. Tag Russland. Heute haben wir kein Programm. Die meisten von uns fahren noch einmal mit der Metro ins Zentrum und wir bummeln über den Roten Platz, der am Vortag wegen einer Schulentlassungsveranstaltung gesperrt war. Für mittags haben wir in einem Restaurant mit georgischer Küche Plätze bestellt. Das Essen mundete ausgezeichnet und das Preis- Leistungsverhältnis war nach entsprechender Verhandlung auch in Ordnung. Am Nachmittag werden die Mobile klariert, denn morgen verlassen wir Moskau.

Dienstag 26.06.: 7. Tag Russland. Um 08 Uhr setzt sich unser Tross in Bewegung. In den ersten zwei Stunden hinaus aus Moskau schaffen wir gerade 40 Kilometer. Nach einer Fahrt auf weitestgehend guter Straße tanken wir für ca. 24 Rubel/Liter (~0,60€) kurz vor Wladimir und erreichen gegen 14 Uhr, nach einer Ehrenrunde durch die Stadt, unser Ziel, in der Nähe der Kathedrale. GPS 56°04‘41"N 40°24‘37"E. Nach einer Mittagspause besichtigen wir die Dimitrov-K. (heute Museum) und die Wladimir-K.; allerdings nur von außen. Beide Kirchen sind aus dem 12. Jhd. Zar Wladimir erhob die Stadt zur russischen Hauptstadt. Auf der Weiterfahrt halten wir noch am Stadtrand und füllen in dem riesigen Kaufhaus GLOBUS (72 Kassen) unsere Vorräte auf.
Dann geht es weiter ins 37 Kilometer entfernte Suzdal. GPS 56°25‘56"N 40°26‘41"E. P kein Strom, keine V/E, Toilette vorhanden. Diese 25.000 Einwohner Stadt beherbergt zahlreiche Klöster und viele alte Holzhäuser. Wir spazieren durch den Ort und besichtigen ein Nonnenkloster und den Kreml, mit der Nikolaus-Holzkirche. Der weite Weg durch die Stadt hat durstig gemacht und so erfrischen wir uns in einem netten Gartenlokal. Später noch gemütliche Runde vor den Mobilen.
Tagekilometer: 227.

  

Mittwoch 27.06.: 8. Tag Russland. Um 08 Uhr verlassen wir Suzdal und erreichen mittags Kostroma. GPS 57°45‘56"N 40°55‘43"E. Hier besuchen wir einen Markt, wie sie überall auf der Welt zu finden sind; keine große Besonderheit. Die Zeit ist knapp und so legt Sasha die Abfahrt für 14.30 Uhr fest. Wir fahren ein paar Kilometer und besuchen ein Museumsdorf. Hier stehen alte Holzhäuser zumeist aus dem 18. und 19.Jhd., die aus anderen Gegenden hierher verbracht wurden. Keine aufregende Sache; solche Museumsdörfer gibt es auch in Deutschland. Allerdings kann man festhalten, dass die Altvorderen in Russland ähnliche Häuser hatten, wie in Westeuropa.

 Nach dem Museumsdorf gehen wir ein paar hundert Meter und besichtigen das Kloster der Heiligen Dreifaltigkeit, die Frauen passend gekleidet.

Früher wurden hier die Zaren inthronisiert und heute kommen die neugewählten Präsidenten der Russischen Föderation hierher und erhalten den Segen für ihre Amtszeit.

 

Gegen 17 Uhr ist Weiterfahrt und so erreichen wir am Abend die Stadt Yaroslavl. Wir stellen unsere Mobile auf einem bewachten Innenhof-Parkplatz ab. GPS 57°37‘34"N 39°52‘08"E. Für Strom und V/E ist gesorgt. Nachdem der Tag grau und mit einem Regenschauer begonnen hatte, klarte es am Vormittag wieder auf und die Sonne meinte es gut mit uns. Tageskilometer: 280

Donnerstag 28.07.: 9. Tag Russland. Um 09.15 Uhr gehen wir in die Stadt. Sie zählt ca. 600.000 Einwohner und ist dank Ölraffinerie und Schwerindustrie wohlhabend. Wir besuchen zuerst den Kreml. Hier erfahren wir, das Fürst Yaroslav der Weise die Stadt 1002 gegründet hat. Im Kremlhof spielte ein Mann gerade virtuos ein Glockenspiel. Einen weiteren Höhepunkt erleben wir in der Kathedrale. Vier Männer singen uns zwei gregeorganische Choräle. Ein Hörgenuss, der unter die Haut geht. Auf unserem weiteren Spaziergang, entlang der Wolga, sehen wir noch die grünen Kuppeln der Nikolaus-K. und die goldenen Türme der Maria-Entschlafen-K. und besuchen die Kathedrale des Heiligen Iljas, die überreich geschmückt ist mit Fresken aus dem 17. Jhd. und früher Pilgerziel der Zaren war.
Nach einer Ruhepause im Park an der Wolga bzw. in einem der umliegenden kleinen Restaurants, machen wir eine 1½ stündige Wolgafahrt mit einem Linienschiff und sehen dabei u.a. die goldenen Kuppeln des Kolda-Klosters, ein UNESCO-Weltkulturerbe. Zum Aussteigen an dieser Haltestelle und Besichtigung, bleibt leider keine Zeit, so genießen wir bei warmen Sonnenschein-Wetter die Rundfahrt. Nach der Rückkehr auf unseren Stellplatz bereiten wir uns auf einen langen Abend vor, denn um 22:45 Uhr Ortszeit beginnt das EM-Spiel Deutschland:Italien, das wir leider mit 1:2 verloren haben. Damit ist die EM-Meisterschaft per due.

Freitag 29.06.: 10. Tag Russland. Um 08 Uhr Abfahrt. Unser erstes Ziel ist Rostow. Wir halten am Platz vor dem Kreml. GPS 57°11‘01"N 39°24‘44"E. Es ist wohl der älteste Kreml und wurde im 8. Jhd. gegründet. Wie überall in den Kremls gibt es auch hier mehrere Kathedralen. Die hiesigen Kathedralen befinden sich alle in Restauration. Es gibt hier keine Ikonen, aber viele Fresken. Wir beginnen in der Maria-Entschlafen-K. In der Christ-Auferstehungs-K. sind große Löcher in den Wänden, um die Akustik zu verbessern. Uns singen drei Personen ein wunderschönes Lied. Wir gehen über mehrere Gänge und kommen in die Erlöser-K. mit der großen Wandmalerei >Das Letzte Gericht<. Wie immer, in der Mitte das Tor, links das Paradies und rechts die Hölle. Der Rundgang endet in einem Museum mit vielen schönen Ikonen, Skulpturen, Mobiliar und Gefäßen.

Wir fahren weiter und tanken zur Mittagszeit bei GPS 56°31‘29"N 38°29‘26"E. Die Tankstelle ist blumengeschmückt mit ausrangierten Gerätschaften.

 

 

Unser Übernachtungsplatz (ohne Strom und V/E) ist heute in Sergiev Posad. GPS 56°18‘25"N 38°07‘59"E. Der Parkplatz liegt nur einige hundert Meter entfernt vom Kloster der Dreifaltigkeit. Die Führerin Swetlana erzählt uns in fließendem Deutsch die Geschichte dieses Klosters, die in vielen Wandmalereien dargestellt ist. Es wurde 1337 von dem Heiligen Sergiev in einem Wald gegründet. Seine Reliquien ruhen heute in der Hl.-Sergiev-K. aus dem 17.Jhd. Weiter gibt es die Tor-K. 17. Jhd., Maria-Entschlafen-K. 16. Jhd., Drei Faltigkeits-K. 15. Jhd., Glocken-K. 15. Jhd. und dem Glockenturm 18. Jhd. In dem Kloster leben heute ca. 300 Mönche und es ist das Pilgerziel der orthodoxen Gläubigen. Nach einem anhaltenden Regenschauer während unserer Klosterbesichtigung schein am Abend wieder die Sonne. Tageskilometer: 201.

Samstag 30.06.: 11. Tag Russland. Abfahrt wieder 08 Uhr. Auf guter Straße geht es flott voran, bis sich nach ca. 180 Kilometer Siegi meldet, dass sein Motor Probleme macht. Wir haben Glück, denn zwei Kilometer weiter ist eine Tankstelle mit Werkstatt, die sich sofort der Sache annimmt. Wir machen derweil Mittagspause. Nach ca. zwei Stunden ist die Reparatur beendet. Der Simmering, war undicht und wurde erneuert. Aber, oh Schreck, das war nicht die Hauptursache. Der Motor läuft weiterhin nicht einwandfrei. Die vorläufige Diagnose ist Lageschaden. Weiterfahren nicht möglich. Da Wochenende ist, kann auch eine Überführung in eine Mercedes-Werkstatt erst am Montag erfolgen. Siegi bleibt hier und nach mehr als vier Stunden fahren wir weiter und erreichen gegen 20 Uhr unseren Parkplatz an einer Tankstelle an der M10. GPS 57°41‘45"N 34°15‘43"E. Hier stehen wir dicht gedrängt, ohne Strom und V/E. Am grünen Seitenstreifen lassen wir bei warmer Abendsonne den Tag ausklingen. Tageskilometer: 344

Sonntag 01.07.: 12. Tag Russland. Heute dürfen wir etwas länger schlafen, denn Abfahrt ist erst um 09 Uhr. Auf guter Straße erreichen wir in Velikiy Novgorod unseren Parkplatz hinter einem Hotel um die Mittagszeit. Strom und V/E ist vorhanden. GPS 58°31‘54"N 31°16‘54"E. Um 14 Uhr gehen wir mit Sacha zum hiesigen Kreml. Er ist sehr groß und von einer restaurierten begehbaren Mauer umgeben. Im Inneren befindet sich ein Denkmal von 1885 zum 1000. Geburtstag Russlands, denn Novogord ist auch die älteste Stadt Russlands und wurde 885 hier am Volkhov-Fluß gegründet.

Ein paar Schritte weiter befindet sich auch die Kathedrale der Heiligen Sofia. Sie ist die älteste Russlands, aus dem Jahre 1024 und sehr dem ukrainischen Stil verbunden. Des Weiteren sind enorme Glocken zu bewundern, denn Novgorod ist auch eine Stadt der Glockengießerei. Nach dieser Besichtigungsrunde besuchen wir individuell das Zentrum dieser 800.000 Einwohner Stadt und genießen ein paar Leckereien. Tageskilometer: 211

Überraschung: Gegen 21 kommt Sacha und präsentiert eine Gruppe, die uns eine halbe Stunde mit russischer Folklore ausgezeichnet unterhält. Herzlichen Dank dafür!
Anschließend sehen wir noch das EM Endspiel Spanien:Italien. Ergebnis 4:0.

Montag 02.07.: 13. Tag Russland. Abfahrt war für 08:30 Uhr geplant, aber daraus wurde nichts. Klaus hatte gestern schon Startprobleme und heute war auch die Starthilfe vergeblich. Es wird eine neue Batterie besorgt und nach Aus- und Einbau reisen wir mit gut zwei Stunden Verspätung ab.

Nach Ankunft auf dem Busparkplatz in Pushkin, GPS 59°42‘53"N 30°24‘22"E, bezieht sich der Himmel und es fängt an zu regnen. Um 14:15 Uhr gehen wir ca. einen Kilometer zu dem majestätischen Palast Katarina II (der Großen) und genießen die Fassaden.

 

Dort werden wir von dem Reiseführer Juri begrüßt, der unser Reisebegleiter für die nächsten Tage sein wird. Wir haben Glück und brauchen uns nicht in die lange Schlange der Wartenden einreihen. Es gibt einen zweiten Eingang, in den Gruppen schneller Eintritt erhalten. Nach Abgabe unserer Regenschirme und Jacken, erreichen wir über die Dienstbotentreppe die obere Etage und sind überwältigt von dem Prunk der in goldenen Barock ausgestatteten Säle. Der große Saal ist ca. 800 m² groß und wird heute häufig für Konzerte genutzt. Man kann ihn auch für ca. 150.000€ für Feiern anmieten. Wir sehen natürlich auch das berühmte Bernsteinzimmer, das König Friedrich II Zar Peter zum Geschenk gemacht hat. Da es während des zweiten Weltkrieges verloren ging, wurde es erst vor einigen Jahren originalgetreu wieder hergerichtet.

  

Wir verlassen diesen längsten Palast der Welt (über 350m lang) und bummeln durch den großen Park. Hier befindet sich u.a. der Arbeitspalast von Katarina II, in dem heute Konzerte stattfinden. Wir erhalten eine Kostprobe russischer Volksmusik, von sechs Sängern präsentiert. Weiter gibt es im Park einen künstlich angelegten See, in Form des ägäischen Meeres und dazu ein Badehaus, in Form einer Moschee mit Minarett. Dieses wurde angelegt aufgrund des Sieges über die Türkei.

Nach Rückkehr zum Parkplatz fahren wir noch 27 Kilometer zu dem Stellplatz in St. Petersburg. Die Toreinfahrt ist für hohe Mobile zu niedrig, so dass Lutz und ich über einen Sportplatz auffahren müssen. GPS 59°54‘05"N 30°16‘59"E. Wir stehen im Grünen und für Strom und V/E ist gesorgt. In den angrenzenden Gebäuden kann auch geduscht werden. Natascha, die Leitererin von sanpietroburgo.it in St. Petersburg begrüßt uns, mit Übersetzung von Sacha und gibt den Ablauf der nächsten Tage bekannt. Der Regen ist längst vorüber und so können wir am Abend noch in gemütlicher Runde sitzen. Tageskilometer: 200

Dienstag 03.07.: 14. Tag in Russland. Um 10 Uhr werden wir bei strahlend blauen Himmel mit dem Bus abgeholt. Die zweitgrößte Stadt Russlands, mit über fünf Millionen <Einwohnern erwartet uns. Wir werden feststellen, dass die Stadt als Venedig des Nordens zu recht so genannt wird, denn sie ist erbaut auf sechzig Inseln und hat dreihundert Brücken. Der Hauptfluss ist die Neva, die nur 79 Kilometer lang ist, aber da sie einem See entspringt, mehr Wasser transportiert, als der Rhein. Allein über viertausend Gebäude stehen unter Denkmalschutz. St. Petersburg ist eine junge Stadt, sie wurde erst 1703von Peter dem Großen gegründet. Nicht weit von unserem Stellplatz umfahren wir das große grüne Siegestor, das als Sieg über Napoleon erbaut wurde. Das erste Ziel ist die Nikolaus-K., in der gerade Gottesdienst stattfindet und so können wir hinter die geöffnete Paradiestür sehen. Wir fahren weiter zur Peter & Paul Festung, aus der Gründerzeit. Hier steht auch ein Denkmal von Peter dem Großen. Sein Antlitz ist originalgetreu, da es der Totenmaske entnommen wurde. Er war nicht nur ein großer Herrscher, sondern auch von körperlicher Gestalt groß; er maß 204cm. Nach Besuch der Kathedrale, mit den vielen Sarkophagen, hören draußen noch ein Blasorchester, das auf Naturhörnern der besonderen Art, sie sind leicht gebogen und unterschiedlich lang, mehrere Stücke, so z.B. etwas aus der 9. von Beethoven und dem Freischütz von Weber.

Die Zeit drängt und so fahren wir weiter zur Isaak-K. Sie ist die größte der Stadt und von unvergleichlicher Schönheit. Die Ikonen sind nicht gemalt sondern es sind Mosaiken. Außerdem ist sie die Hauptkirche der orthodoxen Gläubigen. Nach der Revolution wurde sie als Museum umgewidmet. Der Baumeister hat an dieser Kirche 40 Jahre gebaut (Einweihung 1859), weil ihm prophezeit wurde, dass er nach der Fertigstellung sterben würde und so ist es auch gekommen. Einige besteigen noch den Turm (261 Stufen) und werden mit einer herrlichen Panoramasicht auf die Stadt belohnt.

Für das Mittagessen hat uns Juri ein Selbstbedienungsrestaurant in einer der Nebenstraßen empfohlen und wir wurden nicht enttäuscht. Um 16 Uhr machen wir noch eine einstündige Bootsfahrt. Juri scheint jeden Stein in der Stadt zu kennen, denn er erzählt unentwegt etwas über die vielen interessanten Gebäude an denen wir vorbeischippern. Gegen 18 Uhr sind wir voller Eindrücke zurück und genießen den herrlichen Sommerabend.
Anm.:
Es gibt Nachrichten von Siegi. Er ist in Moskau in einer Mercedes-Werkstatt, wird dort auch deutschsprachig betreut. Die Einspritzpumpe ist defekt und man bemüht sich eine passende auf dem russischen Markt zu finden oder eine neue aus Deutschland einfliegen zu lassen.

Mittwoch 04.07.: 15. Tag Russland. Im klimatisierten Bus werden wir wieder um 10 Uhr abgeholt. Wir besuchen zuerst den Winterpalast des Zaren mit den angeschlossenen kleinen, und neuen Eremitagen. Der Winterpalast, heute natürlich auch Museum, besteht aus 1055 Räumen, mit der längsten Gemäldegalerie der Welt. Insgesamt beherbergen die Eremitagen ca. 3 Millionen Objekte, die anzuschauen viele Jahre dauern würde. Die Fülle und der Reichtum ist unermesslich. Juri führt uns durch die wichtigsten Räume und erklärt uns viele Stücke. Der größte Saal im Palast (Tanzsaal) ist 1200m² groß. Uns werden die Anfänge der Sammlungen von Katharina II gezeigt und viele Räume, in denen die Zarenfamilien gewohnt haben, u.a. den Thronsaal, den Goldenen Saal und den Georg-Saal, der aus italienischem Carrara-Marmor besteht und dessen Parkettfußboden und die Stuckdecke, das gleiche Muster haben. Unter den römischen Skulpturen befindet sich auch die schöne Aphrodite, die der damalige Papst für kein Geld der Welt an den Zaren verkaufen wollte. Erst als ihm im Austausch die Gebeine einer katholischen Heiligen angeboten wurden, konnte er nicht mehr widerstehen.

      

Von Peter dem Großen, der sehr neugierig war und 14 Berufe erlernte, sehen wir einige seiner selbst gefertigten Arbeiten und auch seine original Totenmaske. Er wurde ca. 50 Jahre alt. Hier im Winterpalast erlebte auch der letzte Zar, Nikolaus II, die Revolutionen im Jahre 1917, die letztlich zur kommunistischen Diktatur führten. Wir sehen später bei der Rundfahrt noch den Kreuzer Angora, mit der Kanone, die den ersten Schuss auf den Winterpalast abgegeben hat und so die Revolution einleitete.

  

Wir treten aus dem Winterpalast auf den Hauptplatz der Stadt, den Schlossplatz und sehen die größte Siegessäule der Welt (600t schwer) aus einem Stück Granit, zu Ehren von Zar Alexander II. Gegenüber ist das Gebäude der russischen Admiralität mit der längsten Fassade (600m) der Welt. Nun ist es Zeit ein Mahl einzunehmen und so gehen einige in das Lokal Traktir, das sehr schön aufgemacht ist. Ein fünf Gänge Menü für zwanzig Euro, stellte uns zufrieden. Auf der Heimfahrt werden uns noch einige Gebäude gezeigt, u.a. die Christ-Auferstehungs-Kathedrale, genannt Blutskirche, weil hier Zar Alexander II. erschossen wurde. Auch sehen wir Teile der Universität. Hier in St. Petersburg leben ca. 100.000 Studenten. Die wichtigste Geschäftsstraße ist der Newski-Prospect. Er ist ca. 4,5 Kilometer lang; wir befahren ihn etwa zur Hälfte. Gegen 17:30 Uhr sind wir wieder am Stellplatz. In der abendlichen Runde klären wir einige organisatorische Probleme ab und begrüßen die Gruppe Franzosen, die, wie erwartet, zwei Tage nach uns hier eintreffen.

Donnerstag 05.07.: 16. Tag Russland. Heute beginnt unser Programm erst am späten Abend.
Ein Teil unserer Frauen fahren heute Vormittag mit der Metro in die Stadt. Sie wollen auf dem Newski-Prospect bummeln. Wir Männer klarieren unsere Mobile und besorgen Zutaten, die wir in den nächsten Tagen für unsere Pufferparty brauchen und machen ein zweites Frühstück mit >Feuerwehrmarmelade<. Später, lesen, spielen, vorschlafen. Am Abend gibt es in der benachbarten Sportgaststätte leckeres zu Essen.

Um 22:30 Uhr fahren wir mit dem Bus in die Stadt. Wir sind immer noch in der Zeit der weißen Nächte. Es wird fast nicht dunkel und so können wir noch gut fotografieren. Unser erstes Ziel ist die Christi-Auferstehungs-K., auch Blutskirche genannt, weil dort der Zar Alexander II getötet wurde. Diese Kathedrale ist reich geschmückt mit Mosaik-Ikonen. Nach weiteren Besuchen verschiedener Stadtviertel und dem Smolni-Kloster, sind wir gegen 01 Uhr an der Schlossbrücke. Hier wird, wie an vielen weiteren Brücken, um 01:05 Uhr ein Teil der Brücke hoch gezogen, so dass große Schiffe durchfahren können. Dieses Ereignis wird jeden Tag unter großer Anteilnahme der Bevölkerung von Booten und der Straße aus verfolgt. Um 05 Uhr werden die Brücken wieder abgesenkt. Anschließend Heimfahrt. Wir verabschieden uns von unserem wandelnden Lexikon Juri und dem freundlichen Busfahrer mit einem Dankeschön und sind so gegen 02 Uhr wieder am Stellplatz.

  

Anm.: Von Siegi kommt die Kunde, dass die >Vakuumpumpe< defekt ist, die heute noch augetauscht werden soll, so dass wir hoffen können, ihn in zwei Tagen wieder in unserer Runde zu haben.

Freitag 06.07.: 17. Tag Russland. Heute ist ein freier Tag. Bei hochsommerlichem Wetter geht jeder einen Neigungen nach. Am Abend haben wir mit Sacha unsere letzte Versammlung. Uns wird der Ablauf des nächsten Tages dargelegt und wir haben ein Problem, weil einige nicht mit dem Sprit seit der letzten Tankung bis zur Grenze kommen. Sanpietroburgo.it weigert sich noch einmal tanken zu lassen. Wir weisen darauf hin, dass das Konsequenzen haben wird. Unsere Reiseleiterin Sacha kann uns trotzt vieler Telefonate nicht weiterhelfen. Mit passenden Worten und einem Briefumschlag dankt Lutz für die freundliche Hilfe während unserer Russland Zeit, auch wenn es am Anfang etwas holperigen zuging.
Anm.:
Siegi wird morgen um 04 Uhr in Moskau nach St. Petersburg abreisen und zwei Tage später mit den Franzosen ausreisen und dann zu uns stoßen.

 

Samstag 07.07.: 18. Tag Russland. Bereits um 08 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Peterhof, 25 Kilomter östlich von St. Petersburg. Hier erbaute ab 1705 Peter d. Gr. einen Park (102ha) mit 27 Palästen, und 120 Wasserfontänen. Ein wunderschöner Park mit altem Baumbestand und herrlich angelegten bunten Blumenbeeten. Hier verbrachter er die Sommerzeit, direkt an der Ostsee. Er ließ auch einige Spaßfontänen bauen, um seine Gäste ein wenig zu überraschen. Für uns war dieser Ausflug ein gelungener Abschied aus Russland.
Nach ca. einer Stunde verlassen wir den Park und fahren 130 Kilometer bis zur russisch-estnischen Grenze. Hierbei haben noch einmal ca. 50 Kilometer Rüttelstraße hinzunehmen. Vor der Grenze wird noch einmal preiswert (70ct/ltr.) vollgetankt und dann heißt es warten, bei hochsommerlichen Temperaturen.
Nach ca. drei Stunden haben wir die Aus- und Einreise hinter uns gebracht und fahren die 12 Kilometer bis nach Laagna. Unser Stellplatz (13€/N) liegt an einem Hotel in einem parkähnlichen Gelände und wir gruppieren unsere Mobile im Kreis. Strom, V/E, Schwimmbad und Dusche sind vorhanden.
Tageskilometer: 178

 Resümee für Russland:

v  Die Organisation und Betreuung durch den Reiseveranstalter sanpietroburgo.it war in weiten Teilen in Ordnung. Die vertraglichen Vereinbarungen wurden weitestgehend eingehalten.
Kritik ist zu üben an der zusätzlichen Abzocke von 25 Euro auf dem Stellplatz in Moskau, wegen eines angeblich zusätzlichen Tages. Wir haben 18 Tage Russland gebucht und sind auch am 18. Tag wieder ausgereist. Es gibt also keinen zusätzlichen Tag.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die zu frühe letzte Tankung. Sie sollte 400 Kilometer vor der Grenze stattfinden, fand aber tatsächlich ca. 600 Kilometer vor der Grenze statt, so dass nachtanken auf eigene Rechnung nötig wurde, was dem abgeschlossenen Vertag nicht entsprach.
Reiseleiterin Alexandra, genannt Sacha (Spitzname Röschen), war anfänglich sehr introvertiert, was wohl daran lag, dass es ihre erste Leitung einer deutschen Gruppe war und es beim Verstehen der deutschen Sprache manchmal zu Missverständnissen kam. Ihr fehlten auch des Öfteren Informationen, so dass es hier und da zu Irritationen kam. Sie war aber immer höflich und freundlich und mit zunehmender Dauer der Reise wurde unser >Röschen< immer zugänglicher.
Die ausgesuchten Stellplätze waren weitestgehend annehmbar, wenn auch die Bezeichnung >Campingplatz< in allen Fällen unzutreffend ist.
Die Programmpunkte in Kostroma sind etwas dürftig. Den Marktbesuch kann man ganz ausfallen lassen, denn Märkte dieser Art gibt es zigfach auf der Welt. Auch das Museumsdorf, überzeichnend >hölzerne Baukunst< genannt, ist dürftig. Bauerhäuser findet man überall, zumal diese hier keine besonderen Merkmale aufweisen.

v  Die Überlandstraßen sind zumeist in gutem Zustand. Nur die Anreise von Lettland nach Moskau (ca. 600km) war eine einzige Rüttelstraße und in den Städten gab es häufig Mondkrater ähnliche Schlaglöcher. Der Verkehr auf den wichtigsten Verkehrswegen, die wir auch genutzt haben, ist enorm. Auf der M10 war z.B. auf der Gegenfahrbahn ein Stau von 21 Kilometer, der sich wegen einer Stadtdurchquerung aufgebaut hat. Die Verkehrspolizei war häufig präsent und es gibt mancherorts reichlich Radarkontrollen, aber die Einheimischen halten sich recht wenig an die Geschwindigkeitsvorgaben und so haben auch wir uns häufig dem Verkehrsfluss angepasst.

v  Die gesamte Strecke, die wir in Russland gefahren sind, war landschaftlich flach und eintönig. Die höchste Erhebung war 260 Meter. Entlang der Straßen war viel Wald. Der Baumbestand ist überwiegend Birke, Fichte und Kiefer.

v  In den Dörfern, die wir durchfahren haben, konnten wir entlang der Straße immer wieder die Holzhäuser sehen, die zum größten Teil in schlechtem Zustand sind.

v  Den kleinen Teil Russland, den wir gesehen haben, war ausschließlich von touristischem Interesse geprägt, den auch Russen gerne besuchen. Die Menschen sind sehr aufgeschlossen und von grau und Eintönigkeit ist nichts zu spüren. Aufgrund der Sprachprobleme war leider kaum Kommunikation möglich und das Lesen der kyrillischen Schrift ist nicht so einfach.

 Sonntag 08.07.: Estland. Mit einem kleinen Abstecher an der Ostseeküste entlang, um einen Wasserfall, der  ca. 25 Meter direkt in die Ostsee hinab fällt, zu bewundern, erreichen wir mittags unseren Stellplatz in Palmse. Wir stehen sehr schön im Grünen. Der Platz und das angegliederte Restaurant werden von Herrn Hölscher, einem Deutschen und seiner russischen Ehefrau, betreut. Herr Hölscher ist gelernter Koch und die Speisenkarte liest sich verlockend, so dass wir uns zum Abendessen in seinem Restaurant einfinden. Wir wurden nicht enttäuscht, es hat allen ausgezeichnet gemundet. Am Nachmittag gab es ein heftiges Gewitter, aber die Abendrunde findet wieder bei Sonnenschein statt. Tageskilometer: 178

 Montag 09.07.: Estland. Der Tag beginnt mit bedecktem Himmel und Nieselregen, aber die Sonne kämpft sich wieder durch. Ich habe im rechten Hinterrad schleichenden Luftverlust. Das trifft sich hier gut. In 300 Meter entfernt, ist, im nahen Wald gelegen, eine Reifenreparatur. Der Reifen ist gesund, wahrscheinlich hatte sich nur die Ventilverlängerung gelockert.
Im weiteren Verlauf des Vormittags sind wir alle damit beschäftigt, die Vorbereitungen für die Pufferbraterei zu tätigen.

 Ein 10 Liter Eimer ist voll mit geriebenen Kartoffeln, Zwiebeln und Eiern. Lutz seine kleinen schmalen Händchen rühren alles durcheinander, abschmecken mit Pfeffer und Salz und dann wird in zwei Pfannen gebraten. Hm, ein köstliches Essen, verfeinert nach Geschmack mit Zucker, Apfelmus usw.

Am Abend sitzen wir in fröhlicher Runde und pünktlich um 20 Uhr fährt Siegi ein. Nun gibt es viel zu erzählen. Wir hören die Leidensgeschichte, die hauptsächlich von langer quälender Wartezeit geprägt war. Der Motor ist immer noch nicht ganz in Ordnung. Es scheint, als ob die Einspritzpumpe nicht richtig arbeitet, denn er qualmt ziemlich schwarz aus dem Auspuff. Wenn wir morgen nach Tallin fahren, wird Siegi dort einen Bosch-Dienst aufsuchen.

Dienstag 10.07.: Estland. Um 10 Uhr reisen wir ab Richtung Tallin. Hörbi fährt noch einmal ca 30 Kilometer zurück nach Rakvere. Er hat dort einen Termin in einer Mercedeswerkstatt, die sein Radlager reparieren soll. Siegi fährt mit, um auch sein Problem behandeln zu lassen.
Wir erreichen gegen Mittag den City CP, GPS 59°26‘51“N  24°48‘30“E, der eigentlich ein großer asphaltierter Platz zwischen Häusern und Hallen ist. 22€/N inkl. Dusche, V/E, WIFI, Strom kostet extra. Tageskilometer: 81.
Am Nachmittag fahren wir mit dem Bus (für Personen ab 65 Jahre kostenlos) in die Stadt, um die ersten Eindrücke zu sammeln. Wir sehen eine schön restaurierte Altstadt, voller Menschen, zumeist natürlich Touristen. Die wollen alle bewirtet werden und so reiht sich hier Lokal an Lokal. Wir genießen unser erstes Bier im rustikalen >Beer House<. Die Rückfahrt starten wir vom zentralen Busbahnhof, der praktischerweise unterhalb des Straßenniveau angelegt ist.

Mittwoch 11.07. Estland. Um 11 Uhr kommt Hörbi von Palmse und erzählt uns, dass an sich an seinem Mobil lediglich das Federbein gelockert hatte. Nach einer halben Stunde war alles gerichtet und es gibt keine Klappergeräusche mehr. Nach dieser erfreulichen Mitteilung machen wir uns wieder auf den Weg in die Stadt, um die Sehenswürdigkeiten etwas näher kennen zu lernen. Die Stadt ist rappellvoll mit Menschen, denn wir haben gesehen, dass fünf Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen. Wir bummeln durch die Stadt bis zur großen Stadtpforte, mit der dicken Margarete und dann an der Stadtmauer und dem Park entlang zur Newski-Kathedrale. Unser weiterer Weg führt uns in ein nettes Lokal, wo wir unseren Durst und Hunger stillen. Auf dem Rückweg über den Marktplatz und der alten Apotheke geht es noch einmal an vielen Verkaufsständen vorbei. Der Bus 34A bringt uns wohlbehalten zum Stellplatz zurück. Wir ruhen aus, bis unser Banker kommt, um die Platzgebühren zu kassieren. Darauf gibt es nur eine Antwort, große Runde, trotz grauen Himmels und Prost!

Donnerstag 12.07. Estland. Um 09 Uhr reisen wir ab und erreichen gegen Mittag den CP Pikseke, Männiku Tee 32, in Haapsalu, GPS 58°55’40“N  23°32‘14“E. Tageskilometer 108. Der Bus, Linie 3, fährt uns um 12.57 Uhr in die Stadt.

Wir steigen an der alten Burg aus dem 13. Jhd. aus. Es stehen im wesentlichen nur noch die Grundmauern, dieser großen Anlage. Sie ist in den Jahrhunderten mehrmals geschleift worden. Die Reste werden nun aber pfleglich behandelt und hier finden auch im Sommer Veranstaltungen statt. Am interessantesten ist die Geschichte von der jungen Frau, die ein Verhältnis mit einem Mönch hatte und deshalb lebendig hier eingemauert wurde. Wer mutig ist und um Mitternacht die Burg besucht, kann sie vielleicht herumgeistern sehen. Wir bummeln weiter durch den Ort, sehen uns die Tschaikowski-Promenade und den alten Bahnhof an, der wegen Peter d. Gr. angelegt wurde, weil er hier oft seine Sommerzeit verbrachte. Hinter dem Bahnhof kann man Museums-Loks und -Wagen sehen.

Die Rückfahrt zum CP gestaltete sich etwas kurios. Karin erkundigte sich bei einem der wartenden Busfahrer nach Linie und Abfahrzeit. Da dieses noch eine Stunde hin war, erbot sich der Fahrer uns zu fahren und schwupps waren wir am CP. Es kostete Mühe, dem Fahrer eine Kleinigkeit dafür zu übergeben. Danke!

Wider der Vorhersage haben wir auch heute wieder Traumwetter und so machen wir es uns auf dem CP gemütlich.

 

Freitag 13.07. Estland. Abfahrt ist heute um 09.30 Uhr. Wir erreichen Lavassare nach einem heftigen Regenschauer und müssen an dem Eisenbahnmuseum feststellen, dass es nur einen sehr kleinen Parkplatz hat und es keine große Attraktivität besitzt. Also fahren wir weiter nach Pärnu. Hier parken wir kostenlos auf einem großen Platz. GPS 58‘23‘19’N  24°30‘18“E. Tageskilometer: 131. Pärnu ist eine attraktive Hafen- und Kurstadt. Am Nachmittag gehen wir los und werden gleich von einem starken Regenschauer überrascht, aber danach ist uns das Wetter wieder hold. Wir bummeln durch die Fußgängerstraße, und weiter durch den Park zur Ammende Villa. Hier im Kaffee sind alle Plätze reserviert, so dass wir weiter ziehen müssen. Im Viiking-Hotel gibt es eine Verschnaufpause. Am Hafen und Rummelplatz vorbei, denn hier ist gerade Sommerfestival, geht es zurück zu den Mobilen. Just in diesem Moment trifft auch Siegi ein. Er berichtet stolz, dass sein Motor nun wieder wie am Schnürchen läuft. Die Einspritzpumpe wurde eingestellt. Nun sind wir wieder komplett. Ein schönes Gefühl. Am Abend gibt es noch eine kurze Versammlung. Lutz bespricht mit uns den Ablauf des nächsten Tages.

Samstag 14.07.: Estland-Lettland. Wir starten wieder um 09.30 Uhr und fahren in Estland auf 1a Straßen und später in Lettland auf 1b Straßen. Also vorzüglich, besser als unsere Bundesstraßen. Gegen Mittag erreichen wir das Münchhausen-Museum in Dunte. GPS 57°24‘22“N  24°25‘28“E. Tageskilometer: 119.Wir werden schon erwartet und bekommen unsere Plätze zugewiesen. Von einem jungen Mann werden wir durch das Museum geführt. Seine Ausführungen, in rasantem Deutsch, sind sehr unterhaltsam, gerade so, wie es sich der Herr Baron von Münchhausen gewünscht hätte. In der oberen Etage sind die wichtigsten lettischen Persönlichkeiten lebensecht als Wachsfiguren dargestellt. Auch hier hat unser junger Freund seine Ausführungen freudig zum Besten gegeben.
Um 15.30 Uhr begeben wir uns auf den neu angelegten Waldpfad. Es ist Europas längster Eschenbohlenweg, der nur mit Holznägeln bearbeitet ist. Man kann ihn in den Längen ca. 0,8km, 3,4km oder 5km belaufen. Ei, der Daus, alle laufen den langen Weg mit, Hochachtung! Auf der Strecke gibt es viele Holzfiguren aus den Erzählungen des Baron von Münchhausen zu sehen. Das uns auf der Strecke ein Regenschauer überrascht, tut der Sache keinen Abbruch. Nach 1½ Stunden sind wir zurück. In der Abendrunde werden noch ein paar wahre Geschichten des Baron von Münchhausen zum Besten gegeben und wir beobachten einen Storch, wie er sich in der Wiese sein Abendbrot sucht.

   

Sonntag 15-07.: Lettland. Heute Morgen lassen wir uns Zeit und fahren gegen Mittag die paar Kilometer nach Lauci. Der CP Lauca Akmens ((16€/N inkl. Strom, WIFI und V/E) liegt, umgeben von Wald, direkt an der Ostsee. GPS 57°22‘01“N  24°24‘17“E. Tageskilometer: 10. . Erstmals lässt uns das Wetter im Stich. Es regnet und stürmt, so dass die See schäumt. Einige entschließen sich in dem erst vor zwei Tagen eröffneten CP-Restaurant zu essen.

Am Nachmittag klart es auf und so entschließen wir uns doch Tajine zu machen, denn die Zutaten (4,5kg Rindfleisch, 4Kg Kartoffeln, 4kg Karotten, 2,5Kg Zwiebeln, Knoblauch und Petersilie) hatten wir bereits gestern eingekauft. Dazu kommt natürlich die marokkanische Gewürzmischung.

 

Unsere Frauen bereiten die Zutaten vor

und Lutz, als gewiefter Tajinenkoch, brät in mehreren Tajinen das Fleisch an, dann die anderen Zutaten hinzu und nun, unter Aufsicht und einer Dose Bier, 45 Minuten köcheln lassen.

 

   

Danach werden die Tajinen auf die Campingplatztische verteilt und 22 Mäuler machen sich über das leckere Gericht her. Hinterher gemütliche Runde bei Bier, Wein und kleinen Stolpermännern.

Montag 16.07.: Lettland. Ein Tag zum Ausruhen, Mobile klarieren, Wäsche waschen und am Strand spazieren gehen.

 

Wenn wir schon nicht badefreudig sind, so wollen wir doch genussfreudig sein. Es werden für die Kaffeezeit Torten und Kuchen gebacken und aus Prinzlers Samowar gibt es russischen Tee.

 

  

Gaby schlägt vor, zum Abend >Pickert< zu machen, eine Spezialität aus dem Lipperland. Hierzu brauchen wir aber viel Wärme, also Sonne scheine, denn es wird ein Teig aus Hefe und Mehl gemacht, der aufgehen muss und später kommen noch geriebenen Kartoffeln und Eier hinzu. Das alles wird vermengt und wie Puffer gebraten. Die Pickert können nach Geschmack verfeinert werden. Es wird gezuckert, Marmelade oder Rübenkraut darüber gestrichen. Manche mögen es herzhaft und nehmen Leberwurst. Jeder nach seinem Geschmack. Es hat allen vorzüglich gemundet. Selbst Gerhard, der hauptsächlich von Kuchen und Eis lebt, hat einen halben Pickert gegessen. Ein schöner Tag, Himmel weiß-blau, geht wieder zu Ende.

Dienstag 17.07.: Lettland. Unsere Reise geht weiter. Um 09:30 Uhr starten wir. Unterwegs halten wir an einem großen Supermarkt füllen unsere Vorräte auf, fahren wir nach Riga ein und erreichen um die Mittagszeit den City-CP, Kipsala Iela 8, (20€/N, inkl. V/E und Dusche, Strom und WLAN kosten extra). GPS 56°57‘23“N  24°04>46“E. Tageskilometer: 63.
Am Nachmittag gehen wir in die Altstadt (ca. 2,5km). Wie Tallinn ist sie schön hergerichtet und die Straßen sind voller Restaurants. Allerdings sind hie und da noch baufällige Häuser zu sehen. In der Stadt sind viele Menschen, denn am Passagierhafen der Daugave haben drei Kreuzfahrtschiffe festgemacht. Wir besuchen den Rathausplatz, sehen u.a. das schöne Schwarzhäupterhaus aus dem 14 Jhd., das zwar vollkommen zerstört und erst 1999 wieder aufgebaut wurde, aber von seiner Schönheit nichts eingebüßt hat und einige der vielen schönen Jugendstilhäuser. Der Dom ist vollkommen eingerüstet und wird, wen wundert es, mit EU-Mitteln restauriert. Wir besuchen auch einen der größten Märkte in Europa (ca. 70.000m²), der am Rande der Altstadt liegt. Er besteht aus vier großen Hallen und einem Freigelände. Erstmals hat uns das Wetter im Stich gelassen. Es wechseln Sonnenschein und Regenschauer, so dass auch unsere Abendrunde heute etwas kurz ausfällt.

Mittwoch 18.07.: Lettland. Das Wetter hat sich wieder beruhigt; die Sonne lacht schon zum Frühstück. Einige machen heute eine kombinierte Bus- Schifffahrt und anderen gehen nochmals zu Fuß in die Altstadt und besuchen Sehenswürdigkeiten, die wir gestern ausgelassen haben, wie z.B. das Rigaer Schloss, das Freiheitsdenkmal mit dem angrenzenden Park, den Pulverturm und nochmals den Livländischen Platz mit den Häusern der Großen- und der Kleinen Gilde (Kaufleute und Handwerker). Am Rande der Altstadt gibt es schöne Gartenlokale, die zum Essen einladen und wo das Preis- Leistungsverhältnis in Ordnung ist. Nebenan ist die Anglikanische Kirche, in der gerade ein Konzert zweier Schwestern zu hören ist. Sie spielen Stücke verschiedener Komponisten auf Klavier und Geige. Am Abend trübt sich das Wetter leider wieder ein und es gibt Regenschauer. Die Abendrunde fällt also ins Wasser.

 

 

Donnerstag 19.07.: Lettland/Litauen. Zuerst besuchen wir das Schloss Pilsrundale/Lettland. GPS 56°24‘58“N  24°01‘57“E. Schloss Ruhenthal aus dem 18. Jhd., erbaut für den späteren Herzog von Kurland, gilt als das bedeutendste Baudenkmal Lettlands. Wir haben von den 43 Räumen eine große Anzahl besichtigt und waren von der Ausstattung und Einrichtung überwältigt.

Nach dem Essen verlassen wir Lettland und fahren zum Berg der Kreuze. 7 Kilometer südlich Meskuiciai/Litauen. GPS 56°00‘58“N  23°24‘33“E. Wir übernachten auf einem neu angelegten Parkplatz für 2,50€. Tageskilometer: 157. Der Himmel grau und Regen. Hier wurden erstmals 1863, nach der niedergeschlagenen Erhebung gegen den russischen Zaren, Kreuze aufgestellt. Später wurden es immer mehr und sie wurden von den Sowjets immer wieder weggeräumt. Heute sind es aber zigtausend Kreuze aller Art und es werden täglich mehr.
Auch wir haben im Namen des RMC ein selbst gefertigtes Holzkreuz mit Widmung „Für Frieden, Recht und Freiheit“ bereits 2005 aufgehängt. Nun sind wir wieder hier und finden es nicht mehr wieder. Aber Nostalgie muss sein, also basteln wir uns wieder ein Kreuz und stellen es seitlich links auf die Hauptseite zugehend auf (hinter den Betonklotz). Wir widmen es wieder mit dem gleichen Spruch und stecken den Zettel in einem Plastiküberzug.

 

 

Freitag 20.07.: Litauen/Lettland. Regentag ist Fahrtag. Wir tanken noch in Litauen, denn hier ist es ca. 5ct, preiswerter als in Lettland und fahren auf zumeist sehr guter Straße und kleineren sehr holperigen Stücken über Dobele, Tukums, Talsi, durchs lettische Bergland und erreichen zwischenzeitlich die große Höhe von 116 Metern. Nördlich Ventspils an die Rigaer Bucht ist unser Ziel und wir parken direkt unterhalb des Radioteleskopes. GPS 57°33‘13“N  21°51‘14“E. Tageskilometer: 286. Nach einem halben Tag Dauerregen ist es am Nachmittag noch schön geworden und so können wir bis in den späten Abend in gemütlicher Runde zusammen sein.

Samstag 21.07.: Lettland. Um 09 Uhr besuchen wir das Radioteleskop und bekommen eine Führung. Wir dürfen im Teleskop aufsteigen - insgesamt 113 Stufen- und sehen die riesige Antriebsmechanik. Von der Elektronik, bzw. Auswertung, sehen wir nichts. Es ist das achtgrößte Teleskop der Welt mit einem Durchmesser von 32 Metern. Der Aufbau ist 49 Meter hoch. Es wurde von den Sowjets in den 1970er Jahren erbaut und zu Spionagezwecken eingesetzt. Nach dem Abzug der Sowjets wurde es -natürlich ohne Elektronik- den Letten übergeben und es wird heutzutage im weltweiten Verbund zu wissenschaftlichen Zwecken verwendet. Ein Schwerpunkt ist die Sonnenbeobachtung.

Um 10 Uhr fahren wir nach Liepaja. Wir parken etwas außerhalb des Zentrums. GPS 56°31‘10“N  21°00‘50“E und bummeln nach dem Essen durch die Stadt. Sie wurde im 13 Jhd. von den Deutschen Rittern gegründet und ist heute die drittgrößte Stadt Lettlands (ca. 100.000 Einwohner). Neben schön restaurierten Häusern sieht man auch noch sehr viel Nachholbedarf. Besonders schön ist die alte Markthalle und die weltweit größte mechanische Orgel in der Dreifaltigkeitskirche.

 

 

Um 16 Uhr fahren wir noch 14 Kilometer weiter bis zum CP Gaili, bei Bernati (17€/N inkl. V/E, Strom, Dusche, WIFI. GPS 56°24‘19“N  21°00‘14“E. Tageskilometer: 167. Der Tag begann grau, aber ab Mittag scheint die Sonne.

 

Sonntag 22.07.: Lettland/Litauen. Abfahrt um 09 Uhr. Unser erstes Ziel ist Palanga/Litauen. Wir parken GPS 55°54‘32“N  21°04‘09“E und gehen Richtung Park des Grafen Tiskiewicz, der den Ort 1824 komplett gekauft hat. Sein Schloss aus dem Jahr 1897 ist heute zu besichtigen. Hierhin ist auch das Bernsteinmuseum untergebracht. Man kann u.a. unter Vergrößerungsgläsern Bernstein mit den Einschlüssen von Pflanzen und Tieren in großer Anzahl bewundern. Danach bummeln wir zu den Landungsbrücken und sehen den sich unendlich weit hinziehenden feinen weißen Strand. Heute ist Sonntag und die Bummelmeile ist bei dem strahlend blauen Himmel stark besucht. In einem Gartenlokal lassen wir es uns schmecken. Um 14 Uhr fahren wir weiter nach Klaipeda. Hier fahren wir aber unverrichteter Dinge weiter, denn in der Innenstadt findet ein Radrennen statt, so dass es schwierig ist, hineinzufahren. Wir erreichen gegen 16 Uhr bei Vente den CP Ventainé  (20€/N inkl. V/E, Strom, Dusche). GPS 55°21‘20“N  21°12‘19“E. Tageskilometer: 143. In der Abendversammlung beschließen wir, dass wir den Besuch in Kauna auslassen und dafür einen Tag länger in Klusy Station machen wollen.

Montag 23.07.: Lettland. Um 10 Uhr fahren wir mit einem kleinen Schiff (Katamaran) hinüber auf die Kurische Nerung. Die See ist rau, Windstärke 4-5. Der Nordteil der Halbinsel gehört zu Litauen und der Südteil zu Russland.

In dem Hauptort Nida besichtigen wir u.a. das Haus des Schriftstellers Thomas Mann und die weiteren sehr schönen Holzhäuser. Nach vier Stunden Aufenthalt geht die Reise zurück.

 

Die See hat sich beruhigt,
so dass man im Bug
ein Sonnenbad nehmen kann.

 

 

Am Abend treffen wir uns im Restaurant am CP und lassen es uns munden und sehen später den Sonnenuntergang im Haff.

 

Dienstag 24.07.: Litauen/Polen. Heute ist Fahrtag und das bei bestem Wetter. In Litauen wird noch einmal getankt (es ist ca. 5ct. preiswerter als in Polen), im Supermarkt eingekauft und wir treffen am späten Nachmittag wohlbehalten auf dem uns bekannten CP in Klusy ein (GPS s.o.). Tageskilometer: 380. Hier erfahren wir, dass in Polen seit dem 1. Juli für Kfz. Maut auf Autobahnen und Fernstraßen erhoben wird. Wir werden versuchen über mautfreie Straßen zu fahren.

Mittwoch 25.07.: Polen. Heute wird klariert und wir bereiten uns auf unseren Abschlussabend vor, denn auf unserer nächsten und letzten Station ist das nicht so gut möglich. Am frühen Nachmittag gibt es selbstgemachte Törtchen von Erika O. und selbstgebackenen Mohnkuchen von Gaby und gegen 17 Uhr fangen wir an zu brutzeln, denn aus unserer >Kartoffelkasse< haben wir das Letzte rausgeholt und so gibt es zwei Bratwürste/Person und für einen guten Schluck hat es auch noch gereicht. Beilagen macht sich jeder selbst.

Dem Willi ist es inzwischen zu heiß geworden und so nimmt er zwischendurch die eine oder andere Dusche.

Es wird ein gemütlicher Abend, bei dem wir die Gelegenheit nutzen und uns bei Gaby und Lutz für die aufwendige Vorbereitung und die exzellente Durchführung dieser Langzeitfahrt herzlich zu bedanken. Ein weiterer Dank gebührt unserem >Banker< Bernd, der die schwere Aufgabe hatte, für alle Gemeinschaftsangelegenheiten das Geld in entsprechender Landeswährung bzw. Euro einzusammeln und jeweils abzurechnen.

Karin überrascht uns mit einem Gedicht, das die schöne Reise in Verform an uns vorbei ziehen lässt. Herzlichen Dank dafür und hier ist das Exposé:

 

 

 

Russland Russland, was für ein Land,
das hat der Lutz schon früh erkannt.
Wollen wir fahren, wer kommt mit,
das Land ist bestimmt ein großer Hit.
Im Dezember wird die Reise bezahlt,
denn dadurch wird in Russland der Diesel gespart.

Zu Ende nun das lange Warten,
wir am 14. Juni endlich starten.
Für unseren Bänker waren die ersten 500km, wie eine Kur,
er sie deshalb zweimal fuhr,
denn ohne Kraftfahrzeugschein
lassen sie ihn in Russland nicht rein.

Am zweiten Tag werden wir zu Lidl gebracht,
da haben wir erst mal den Kartenautomat geknackt.

Über Polen, Litauen und Lettland,
man am 20.06. an der russischen Grenze stand.
Acht Stunden wir an der Grenze standen,
die Grenzer bei Manfred den TÜV-Stempel nicht fanden.

Nun ging es über Stock und Stein,
fast bis nach Moskau rein.
Wir umfahren manches Loch,
doch viele trifft man doch.

Moskau ist eine Superstadt,
die 12 Millionen Einwohner hat.
Metro, Prachtbauten, Kreml und das Kaufhaus Gum,
da stehen die Verkäuferinnen nur rum.
Früher kaufte da das russische Mütterlein,
heute brauchst du dafür große Schein´.

Nun geht es über Suzdal, Yaroslawl, Rostow und Nowgorod,
endlich bis nach St. Petersburg.
Wir fahren auch durchs Twer-Gebiet,
das wird für Siegi und Erika Sperrgebiet.
Leider geht nun die Reise ohne Siegi und Erika weiter,
wir sind alle ganz traurig und nicht mehr heiter.
Klaus von Haus aus nicht bange,
aber seine Batterie hielt nicht lange.
Die war in Nowgorod leer,
also musste eine Neue her.

In St. Petersburg angekommen,
werden die 269 Stufen der Isaak-Kathedrale erklommen.
Ein herrlicher Panoramablick über diese Stadt,
die so viele Paläste hat.
Wir sahen voll Entzücken,
jede Menge Brücken.
Nachts um Eins werden sie hochgeschraubt,
für die Schiffe als Durchfahrt wird das gebraucht.

St. Petersburg wir nun verlassen,
die letzten Rubel wir verprassen.
Wodka wird noch schnell eingekauft,
denn der wird jeden Abend gebraucht.

Münchhausen auch in Braunschweig war,
das wir ihn in Dunte besuchen, war ja klar.

Auf dem Weg nach Siaulai,
war der Ausflug zum Berg der Kreuze mit dabei.
Der Wind der leise weht,
wenn man langsam durch die Reihen geht.
Jedes Kreuz ist ein Gebet.
Freiheit ist das höchste Gut,
die Litauer bewiesen es mit Mut.
Die Kreuze habe ich nicht gezählt,
es bestimmt in die Hunderttausend geht.

Sadki, Klusy, Vilnius, Zilupes, Nelidowo, Moskau,
Suzdal, Jaroslawl, Nowgorod, Petersburg, Narwa,
Tallinn, Dunte, Riga und Nida,
ich glaube da komme ich wieder.

Nach 300km waren wir wieder in Polen,
hier wollen wir uns zwei Tage erholen.

Hier fing die kulinarische Reise an,
zuerst waren die Forellen dran.
Lecker ging es weiter,
an Hermi´s Geburtstag waren wir ganz heiter.
Abends haben wir immer zusammen gesessen,
manchmal auch zusammen gegessen.
War der Teig unter Gabys Anleitung gut geraten,
wurde er von Lutz und Klaus gleich gebraten.
Die Hefe musste im warmen Auto stehen,
damit sie kann gehen.
Alle haben mit gearbeitet
 und alles zubereitet
Manfred servierte alles auf einem Teller,
mit der Zeit wurde er immer schneller.

Jeden Morgen wurde pünktlich gestartet,
man am Lenkrad schon wartet.
Reise, Reise war die Parole,
es geht nicht ohne.
Alle Tage Sonnenschein,
wir sind wohl alles Engelein;
oder Lutz hast du das so bestellt?
Dann bist du unser Held.

Wir wollen Gaby nicht vergessen,
sie hat neben Lutz gesessen.
Morgens ging die Funke an,
dann war Gaby dran.
Sie ist eine wichtige Frau,
führt uns durch manchen Stau.
Überall haben wir uns durchgeschlängelt,
wurden nach links und rechts abgedrängelt.
Von hinten hieß es, wir haben Rot: Gaby sagt wir fahren rechts ran,
kam es von hinten, wir sind schon wieder dran!
Oker-Löwe ist alles klar, wunderbar.
Manchmal mussten wir langsam kriechen,
Ich denke, wir machen Gaby zu unserem Funkenmariechen.

Aus Sacha machte Lutz das Röschen Suppenhuhn,
sie hatte mit uns nicht viel zu tun.
Sie machte oft ein ernstes Gesicht,
dabei steht ihr das Lachen nicht schlecht.
Zum Schluss war sie ganz locker,
unsere Spende warf sie vielleicht vom Hocker.

Am Freitag nun fahren wir heim,
da wartet schon mein Minkilein.
Mein Kopf ist voll, ich muss alles erst verdauen
und zu Hause die Bilder anschauen.
Ich sage es gerne in diesem Kreise,
es war eine ganz tolle Reise.

 

 

Donnerstag 26-07.: Polen. Unser heutiges Etappenziel ist wieder der SP in Smielin. GPS 53°08‘55“N  17°30‘47“E. Tageskilometer 394. Wir haben im Voraus noch einmal Bigosch geordert und bekommen es auch. Dieses ist unsere Henkersmahlzeit, die uns wieder vorzüglich mundet und unsere letzte Abendrunde einleitet. Hörbi folgte uns heute leider in gehörigem Abstand, denn er kann kein hohes Tempo fahren, da der Motor nur geringe Leistung bringt. Später erholt sich der Motor aber wieder und so ist er zum Bigoschessen pünktlich wieder da.

 

Freitag 27.07.: Polen/Deutschland. Eine wunderbare Reise geht zu Ende und so fahren wir heute zufrieden und glücklich gemeinsam bis zur deutschen Grenze; dort teilt sich die Korona, da noch nicht alle gleich heimwärts fahren.

Euer Oker-Löwe