Rundreise 2015 nach Südost-Europa

 

 

 

Teilnehmer:
Gaby & Lutz Mürbe,
Rita & Bernhard Albrecht,
Hermi & Manfred Weber

 

 

 

 

Vorwort: Eigentlich wollten wir eine Türkei-Rundreise machen und Lutz hatte hierfür auch schon eine Route ausgearbeitet. Nachdem nun die Türkei wieder mit den Kurden Zoff angefangen hat und es ständig zu Anschlägen gekommen ist, haben wir den Plan fallen gelassen und hoffen, dass sich bis nächstes Jahr die Lage wieder beruhigt hat. Es musste also ein Ersatz her und so haben wir uns entschlossen den Südosten Europas zu bereisen.

 

Sonntag 16.08.: Da wir alle das Wochenende unterschiedlich verbrachten, haben wir uns heute in Winzer (nahe Passau) auf dem P am Sportheim, direkt an der Donau, getroffen. Das Wetter blieb trocken, so dass wir abends an den Mobilen saßen. Bernhard hat uns mit selbst gefangenen und gebeizten Forellen, sowie eingelegten Heringen verwöhnt. Danke! Dazu gab es Bier und Rotwein.

 

Montag 17.08.: In der Nacht fing es an zu regnen und hörte auch nicht mehr auf. Gegen Mittag erreichten wir unser erstes Ziel Cesky Crumlov in der Tschechoslowakei. Trotz Nieselregen -der später aufhörte- machten wir uns auf den Weg zum Schloss und in die Stadt (Weltkulturerbe). Das riesige Schloss und die ganze Anlage mit den Gärten ist sehr gepflegt. Insbesondere fallen die Mauern auf, die dreidimensional angemalt sind bzw. das Muster entsprechend ausgeputzt ist. Sieht ganz toll aus. Eine Innenbesichtigung ist heute, weil Montag und geschlossen, nicht möglich. Der ganze Ort ist natürlich touristisch erschlossen. Wir haben direkt an der Moldau ein Restaurant aufgesucht und hier sehr landesüblich gegessen. Am Mobil gab es noch einen Absacker und dann konnten nach 5½ Stunden die Beine hochgelegt werden. N 48°49‘00‘‘  E 14°18‘33‘‘  Tageskilometer: 150

 

   

 Dienstag 18.08.: Wir verlassen Cesky Crumlov und erreichen Euroland Österreich. Unterwegs sehen wir erstmals wieder an der Tankstelle Diesel für 0,999€, aber unsere Tanks sind noch zu gut gefüllt. Wir erreichen kurz vor der ungarischen Grenze unseren P in Oslip. Bei sommerlicher Temperatur machen wir ein Spaziergang und nach dem Abendessen einen entspannten Abend in unserem Innenhof.    N 47°50‘27‘‘  E 16°37‘33‘‘  Tageskilometer: 298

  

 

 

Mittwoch 19.08.: Wir gehen wieder um 9 Uhr auf die Reise. Bei Sopron reisen wir in Ungarn ein und erwerben für 24€ eine 10-Tagesvignette. Wir umfahren Budapest und sind am Spätnachmittag auf einem Parkplatz im Grünen in Skolnok.

N 47°10‘04‘‘  E 20°41‘45‘‘  Tageskilometer: 368

Donnerstag 20.08.: Heute reisen wir in unser erstes Zielland Rumänien ein. Bei Tagesbeginn fängt es an zu regnen und hört den ganzen Tag nicht mehr auf. Unterwegs erleben wir sogar einen Starkregen, aber die Straßen sind gut befahrbar. In Ungarn ist heute Nationalfeiertag, so dass keine LKWs unterwegs sind. An der rumänischen Grenze lösen wir eine 7-Tagesvignette (5 bzw. 10€), tauschen Geld und stellen die Uhr eine Stunde vor. Unterwegs sehen wir die ersten Pilzverkäufer, aber es ist zu nass, wir kaufen nicht und warten auf bessere Tage. Der CP Faget, auf dem wir bereits 2004 waren, sind wir heute die einzigen Gäste. Wir lassen uns sechs Pizzen (Æ38cm) bringen und mampfen gemütlich. Damit ist der heutige Tag gelaufen. N 46°43‘36‘‘  E 23°34‘53‘‘  Tageskilometer: 312

 

 Freitag 21.08.: Heute Nacht hat der Himmel das Weinen eingestellt. Zwei Taxen bringen uns am Vormittag ins Zentrum zum Piata Unurii. Der Platz wird gekrönt durch die historische katholische  Kirche Sankt Michael deren Bau bereits 1316 begann. Neben der Kirche steht die imposante Statue des ungarischen Königs Matthias Corvinius, der hier geboren wurde. Das überlebensgroße Reiterstandbild wird von ebenso großen Kriegern umrahmt.

 

 

 

Wir besuchen auch das Apotheken-Museum. Die Apotheke wurde 1753 eröffnet und beherbergt heute mehrere Säle mit der alten Apotheke und alte pharmazeutische Einrichtungen. Im Keller ist das mittelalterliche Labor zu sehen.

 

 

Wir bummeln weiter über den nahe gelegenen historischen Markt und finden ein schönes Restaurant, wo wir traditionell essen. Zum Abschluss unserer Rundgänge besuchen wir noch den Stephans-Platz, mit der architektonisch sehr schönen Oper und der orthodoxen Kathedrale. Zurück an den Mobilen wird erstmal ausgeruht.

   

Samstag 22.08.: Da wir nur eine 7-Tagesvignette haben -die 10-Tagesvignette gibt es nicht mehr- müssen wir unsere Rumänienrundreise kürzen. Wir fahren heute zuerst zum Moldaukloster Sucevitar. Es ist eines der sieben Klöster, die zum UNESCO Welterbe zählen. Wir erreichen es nach 306km. Es liegt ganz idyllisch zwischen den Bergen. Die relativ gut erhaltenen Außenmalereien stammen aus dem Jahre 1601. Sie stellen u.a. die Leiden der Märtyrer, das Paradies, die Himmelsleiter und das Marienwunder dar. Im Inneren der Kirche sieht es aus, wie in vielen orthodoxen Kirchen, mit viel Gold und reichlich emotionalen Darbietungen.

Nach dem Besuch haben wir noch eine Strecke zurückgelegt, um die morgige Fahrt zu verkürzen. In Tupilati haben wir hinter einer Tankstelle einen ruhigen Übernachtungsplatz gefunden. In dem benachbarten Restaurant haben wir lecker gegessen. Anschließend noch einen Schlürschluck an der Bambusbar und dann, ab nach Bett.
Kloster Sucevita: N 47°46‘46‘‘  E 25°42‘37‘‘, Tupilati N 47°05‘53‘‘  E 26°41‘52‘‘ Tagekilometer: 439

 

Die Panjewagen sieht man im Westen Rumäniens nicht mehr ganz so häufig. Je weiter man nach Osten kommt, umso mehr Panjewagen sieht man. Für Reifenpannen sind die verlorenen Hufnägel der Pferde oft verantwortlich

 

Sonntag 23.08.: Um 8 Uhr gehen wir auf die Piste. Bis zum Donaudelta ist ein langer Weg. Wir kommen gut voran. Wie wir bereits Tage zuvor festgestellt haben, zieht sich die Dorfbebauung entlang der Hauptstraßen und heute haben wir Dörfer am Stück von über 20 Kilometer Länge durchfahren. Die Donauüberquerung per Fähre ist schnell erledigt. Die Überfahrt (31,50Lei) dauert 10 Minuten. Gegen 16 Uhr erreichen wir den CP Lac Murighiol. N 45°02‘26‘‘  E 29°09‘24‘‘   Tageskilometer: 377

 Montag 24.08.: Heute heißt es früh aufstehen. Bereits um 7 Uhr fährt uns der CP-Besitzer mit dem Auto zum Delta runter. Er hat ein eigenes Boot und so sind wir bereits um 7.15 Uhr auf dem Wasser. Bei uns sind noch zwei Franzosen. Unser Platzbesitzer spricht Deutsch, Französisch, Englisch und auf unsere Frage ob er auch Rumänisch spricht, muss er doch lachen. Das Delta ist weit verzweigt und erstreckt sich über fast 3000km². Zeitweise werden wir in den kleinen Armen an den Spreewald erinnert. Die Wasserhöhe liegt z.Zt. ca. einem Meter unter der normalen Höhe, so dass die Ausfahrt aus dem Hafen manchen Booten schon Schwierigkeiten bereitet. Sie bleiben stecken und die Schraube muss sich durch den Schlamm wühlen. Wir sehen viele Wasservögel und zu allen wird uns der Name genannt. Viele können wir fotografieren, aber bei manchen klappt es nicht. Auf den Wasserpflanzen können wir die eine oder andere Schnecke einsammeln.

Wir kommen an einer Fischersiedlung vorbei und stellen fest, dass sie sehr ärmlich hausen

 

Nach fast vier Stunden bummeliger und spritziger Fahrt sind wir wieder zurück. Von Nebelkrähe, Seeadler, Flussschwalbe und Graureiher sind keine Bilder gelungen. Zum Schluss hat die Anstrengung der Beobachtungen unsere Rita außer Gefecht gesetzt.

In der Nähe des CP ist ein Restaurant, das wir aufsuchen und den Durst und Hunger stillen. Heute Morgen waren die Temperaturen sehr angenehm; heute Nachmittag verkriechen wir uns im Schatten. Mit Bilderbearbeitung, zocken und klönen verbringen wir den Nachmittag und Abend.

 

Dienstag 25.08.: Über gute Straßen erreichen wir heute den Badeort Mamaia am Schwarzen Meer. Ein großer CP erwartet uns mit Sandstrand. Bei 31°C gibt es eine Abkühlung im Meer. Abends trinken wir Nektarinen-Bowle, hm lecker. 

 

 

Mittwoch 26.08.: Nach 18 Kilometern durch Häusermeere an der Küste geht es weiter Richtung Bulgarien. An der Grenze lösen wir wieder eine 7-Tagesvignette für 13€ und tauschen Geld zum Kurs von ca. 1:2. Entlang der Goldküste suchen wir nach einem Campingplatz und werden an der Küste Ikantalaka fündig. Auf einem einfachen Platz mit Hotelanbindung stehen wir etwas erhöht direkt am Meer. Am Abend gibt es für alle Kartoffelsalat und Gegrilltes und später en schöner Blick über das Wasser und die weiße Küstenwand.
N 43°24‘26‘‘  E 28°14‘54‘‘  Tageskilometer: 123

 

 

 

Donnerstag 27.08: Gestern hatten wir einen Seewind etwa Stärke 5. Heute Morgen liegt das Meer glatt wie ein Ententeich und wir gehen baden. Die Bucht ist schon wieder gut besucht. Mittags gehen wir im angeschlossenen Restaurant essen. Wir entscheiden uns für Muscheln, die direkt aus der vor uns im Meer liegenden Anlage geerntet werden. Wir haben noch nie so frische und lecker gekochte Muscheln gegessen. Dazu haben wir uns einen bulgarischen Salat bestellt. Eigentlich wollten wir auch Fisch essen, aber nun sind wir satt und entscheiden uns am Abend wiederzukommen. Auch das Abendessen war wieder vorzüglich. Nach dem Essen machen wir Männer einen fast einstündigen Rundmarsch. Das hat gut getan.

 

Freitag 28.08.: Wie fast immer, gehen wir um 9 Uhr auf die Piste. Zuerst entlang der Küstenstraße und dann geht es später auf die Autobahn. So kommen wir gut voran und erreichen gegen Mittag Shumen. Hier besichtigen wir die aus dem Jahre 1715 stammende Moschee. Die Eintritt kostet 4LEV/pP (2€). Die mit vielen schönen Fresken bemalte Moschee ist leider nur bedingt zu besichtigen, denn sie ist innen vollständig eingerüstet –schade. Nach einer kleinen Mahlzeit fahren wir weiter und erreichen am Nachmittag den sehr komfortablen CP Veliko Tarnovo. Er liegt weit außerhalb der Stadt. Das angegliederte Restaurant zieht uns an und so essen wir hier sehr gut zu Abend.

N43°04‘01‘‘  E25°45‘11‘‘  Tageskilometer: 295

 

 

Samstag 29.08.: Immer noch strahlendes Sommerwettet mit großer Hitze. Für 10 Uhr haben wir zwei Taxen geordert, die uns ins 12 Kilometer entfernte Veliko Tarnovo bringen und an der Tourist-Info absetzen (12LEV). Wir diskutieren an der großen Stadtkarte, als eine junge Dame aus der Info kommt und uns in deutscher Sprache ihre Dienste anbietet, die wir gerne annehmen. Theodora ist eine 17-jährige Gymnasiastin, die deutsch u.a. als Fremdsprache lernt und bereits im Schüleraustausch ein Jahr in Deutschland war. Sie ist sehr nett und zeigt uns einige Ecken der Stadt, die wir ohne sie bestimmt nicht gesehen hätten. Es beginnt in der Nähe am Glücksbaum. Hier werden im März die Glücksbänder angebunden. Wir bekommen jeder eines ans Handgelenk gebunden. Das nächste Ziel ist die äußerlich unscheinbare St. Nikolauskirche von 1836. Es ist ein Dreimastgebäude mit Holzsäulen, hölzernen Decken und wunderbarem Bischofsthron aus Holz. Obwohl das Fotografieren verboten ist, gelingt ein Foto. Wie man sieht, wird die Kirche im Winter mit den vier Kanonenöfen geheizt. Die Innenstadt zeigt viele alte und nicht restaurierte Häuser. Einzig die Gurka-Straße mit den vielen kleinen Geschäften ist in einem besseren Zustand. Zum Schluss des zweistündigen Rundganges, der bei der Hitze alles von uns abverlangte, brachte Theodora, auf unseren Wunsch, zu einem netten Restaurant. Da sie keinen festen Betrag forderte, haben wir sie mit einem guten Trinkgeld belohnt. Den Nachmittag und Abend verbrachten wir im Schatten der Mobile.

Sonntag 30.08.: Heute Morgen große Überraschung auf dem CP. Viele Autos strömen herein und um 7 Uhr sind alle Plätze belegt. Hier ist heute Flohmarkt! Wir machen uns um 9 Uhr vom Acker Richtung Kloster Troyan, Es ist ein sehr schönes altes Kloster und die Menschen stehen Schlange um die heilige Ikone zu küssen und Kerzen aufzustellen. Später fahren wir weiter über den 1525 Meter hohen Troyan-Pass. Bei Temperaturen von über 30°C kommt das Kühlwasser auf über 100°C, so dass zweimal eine Pause eingelegt werden muss. Auch die Kupplung leidet unter dieser Hitze und trennt nicht mehr richtig. Wir fahren noch etwas weiter an Sofia vorbei und machen Station in Samokov auf dem P gegenüber dem Krankenhaus. N 42°20‘08‘‘  E23°33‘11‘‘  Tageskilometer: 341

   

Montag 31.08.: Heute reisen wir bereits um 07.30 Uhr ab und sind vor dem großen Andrang am Kloster Rila. Das Kloster wurde von dem 876 geborenen Joa Rilkski in dem schwer zugänglichen Rila Gebirge gegründet, wo er zuerst 20 Jahre in einer Steinhöhle lebte. Das Kloster wurde später in den fünf Jahrhunderten dauernden türkischen Joch, das Bulgarische Jerusalem. Das Kloster ist Vorbild weit über die Grenzen Bulgariens hinaus. Die Lage, die Bauten und die Ausstattung sind heute beeindruckend schön und UNESCO Weltkulturerbe. Bisher das schönste orthodoxe Kloster, das ich gesehen habe. N42°07‘58‘‘  E23°21‘22‘‘

      

Nach der Besichtigung fahren wir zwei Kilometer weiter ins Gebirge auf den schön gelegenen CP Kloster Rila. Wir verbringen einen schönen Tag auf dem Gebirgscamping und essen wieder einen Bulgarischen Salat und eine auf dem Feuer gegrillte Forelle; zum Nachtisch einen leckeren mit Himbeeren gefüllten Eierkuchen.

N42°08‘26‘‘  E23°21‘10‘‘  Tageskilometer: 91

  

 

Dienstag 01.09.: Wir verlassen den schöne CP im Rila-Gebirge und fahren gegen Mittag in Griechenland ein. Unser Ziel Uoranopoli erreichen wir am Nachmittag bei 33°C. Der ausgesuchte P ist voll und so fahren wir ans Ortsende und parken dort, wo wir bereits vor 13 Jahren genächtigt haben, direkt an der Küste. Gegen 18.30 Uhr gehen wir in den Ort, der sehr gewachsen ist und genießen den Abend in einem Restaurant am Meer. Auf dem Heimweg kaufen wir uns jeder eine SIM-Karte und sind nun im Internet präsent.
N40°19‘25‘‘  E23°59‘11‘‘  Tageskilometer: 321

Mittwoch 02.09.: Da wir die autonome Halbinsel Athos, der östliche der drei Finger Chalkidikis, nicht betreten dürfen, machen wir eine Schiffstour entlang der Küste und sehen mindestens 20 Klöster bzw. Klösterkomplexe, die teils unten am Strand und hoch in den Bergen stehen. Das Schiff darf nicht näher als 500 Meter an der Küste entlangfahren. Aber mit Fernglas und Zoomobjektiv kann man vieles gut erkennen. Auf der Insel leben nur Männer. Kein weibliches Wesen, auch keine weibliche Tiere dürfen hier her. Einzig Hühner sind erlaubt und leben mit den ca. 2000 Mönchen. Wer die Insel besuchen möchte, kann sich in Thessaloniki eine entsprechende Erlaubnis besorgen und hier ein paar Tage abhängen. Nach drei Stunden sind wir zurück in Ouranopoli und essen typisch griechisch. Die Temperaturen sind weiterhin über 30°C, aber heute weht eine leichte Brise und macht die Hitze etwas erträglicher.

 

 

 

 

 

Donnerstag 03.09.: Heute geht es weiter auf die Halbinsel Sithonia (Mittelfinger) und wir finden eine passende Bucht. Der Strand ist schön und das Wasser recht warm. Fische werden gesichtet und so machen unsere Angler -Lutz und Bernhard- gegen Abend ihre Gerätschaften bereit. Leider kommen sie ohne Beute zurück. Ein Grieche schenkt Bernhard einen kleinen Tintenfisch, den er beim Schnorcheln erwischt hat. Wegen Unwissenheit richtiger Verarbeitung wird er wieder ins Wasser zurückgesetzt. So werden wir uns morgen aus den eigenen Vorräten uns verköstigen müssen.

Freitag 04.09.: Hier ist es schön, die Sonne knallt weiter auf uns herab und so bleiben wir noch. Das Bad im Meer ist immer wieder eine kleine Abkühlung. Heute gibt es für alle Nudeln, Würstchen, Hermis rote Soße und griechischen Salat, dazu Rotwein. Am Abend besuchen uns noch zwei Griechen, die zwar Rotwein, aber keinen Korkenzieher haben. Wir leihen den Korkenzieher und bekommen eine Flasche hiesigen Wein. Der eine Grieche hat seine Wurzeln hier in der Gegend, ist aber in Essen geboren und hat einen Imbiss bei Köln. Sein Freund lebt hier und ist Feuerwehrmann. Nach langem Tratsch gehen sie wieder, denn sie wollen noch grillen.

 

Samstag 05.09.: Noch ein schöner Tag in dieser Bucht. Die Selbstverpflegung klappt wunderbar. Heute gibt es für alle Kartoffelsalat und Würstchen. Nach dem Essen machen wir einen kleinen Spaziergang in die benachbarte Ferienanlage mit schicken Bungalows, einem großen Swimmingpool und exklusivem Restaurant. Auf einem Nebenweg kommen wir an einem größeren Tümpel vorbei und entdecken darin 11 Wasserschildkröten.

Sonntag 06.09.: Heute soll unser letzter Tag in dieser Bucht sein. Wir genießen ihn nochmals und lassen uns überraschen, was wir morgen finden.

Sonntag 06.09.: Heute soll unser letzter Tag in dieser Bucht sein und es ist Samaritertag. Ein Grieche hat sich in der Düne bis an die Achse festgefahren. Es fehlen Hilfsmittel und so kommen Lutz sein Bergegurt und Bernhard seine Kohlenschaufel zum Einsatz. Ein Freund zieht ihn dann mit einem Toyota raus. Wir genießen den weiteren Tag nochmals und lassen uns überraschen, was wir morgen finden.

 

Montag 07.09.: Nach vier Tagen in dieser schönen Bucht schmeißen wir heute den Motor wieder an. Über die Küstenstraße mit herrlichen Ausblicken über die Strände, Häuser und Meer, einen letzten Blick auf den gegenüberliegenden Berg Athos und einkaufen in Sarti erreichen wir Porto Koufos Wir stehen an der Straße, direkt am kleinen Fischerhafen. Die gegenüberliegenden Restaurants sehen sehr einladend aus du so stillen wir auch dort unseren Hunger, zumeist mit Muscheln und Oktopus als Hauptgericht. Vorweg Diverses aus der langen Menüliste und gut gezapftes Bier. Das Dessert spendet uns das Haus. Dankeschön! Die Sonne meint es immer noch gut, aber heute weht wenigstens ein leichtes frisches Lüftchen.

N39°58‘15‘‘  E23°55‘02‘‘  Tageskilometer: 77

 

Dienstag 08.09.: Über Nacht hat sich der Himmel bewölkt und heute Morgen gab es sogar ein paar Tropfen. Also bleiben wir hier im Hafen. Mittags lugte schon wieder die Sonne durch und die Temperatur liegt bei angenehmen 25°C. Wir genießen die Hafen-Atmosphäre. Der Fischer vor uns landet seinen Fang der letzten Nacht an und sortiert ihn, um ihn in den umliegenden Restaurants zu verkaufen. Ein Angler wirft immer wieder seine Schnur ins Wasser mit Tintenfisch als Köder, aber der Köder wird nur abgelutscht. Kein Fang! Dafür sitzt er bequem auf einer Stange mit Kissen. Wir gehen mittags wieder lecker essen und am Nachmittag versucht auch Bernhard sein Anglerglück.

  

Mittwoch 09.09.: Heute fahren wir wohl die kürzeste Tagesstrecke. Wir erreichen die Bucht bei Toroni und erkennen sie wieder. Vor 13 Jahren haben wir hier mehrere Tage gestanden, Puffer gebacken und für das Lagerfeuer von der gegenüberliegenden Seite Holz aus dem Wald herangeschleppt. Das Wetter ist heute unbeständig, Wolken und Sonne wechseln sich ab. Es ist warm und so gönnen wir uns am Imbiss-Maria ein erstes Bier. Ja, die alte Bucht ist ganz schön aufgehübscht. N39°59‘30‘‘  E23°53‘34‘‘.  Tageskilometer: 3,6

  

Donnerstag 10.09.: Ein schöner Tag in dieser Bucht. Warmes Wetter um die 25°C bei leicht bewölktem Himmel. Der Wind ist etwas böig und so verschieben wir das Puffer backen auf morgen und gehen lecker Essen. Heute überwiegt als Hauptgericht Spagetti mit Meeresfrüchten.

Freitag 11.09.: Nach dem morgendlichen Spaziergang hängen wir erstmal bei Imbiss-Maria ab und trinken Retziner. In unserer Wagenburg beginnen unsere besseren  Hälften derweil mit den Vorbereitungen zum Puffer backen. Je nach Geschmack wird dazu Apfelmus, Zucker oder Zazicki gereicht. Zur besseren Verdauung gibt es hausgemachten Grappa.

 

Nach der Mittagsruhe gibt es ein Bad in dem glasklaren Meerwasser.
Gegen Abend versuchen unsere beiden Petrijünger Bernhard und Lutz ein paar Fische zu fangen und siehe da: Die Hornhechte umkreisen die Haken in gebührendem Abstand. Schade, wieder nix!

 

 

 

 

Samstag 12.09.: Wir fahren die schöne Küstenstraße, biegen später ab und durchfahren den –Touristenort Neos Maremaras, der unseren Mobilen mit den seht steilen und schmalen Straßen -runter in den 1. Gang- alles  abverlangt. Sehr schöner Ort, aber leider keine Bucht für uns; die finden wir einige Kilometer weiter. Eine sehr langgezogene Bucht, die im hinteren Bereich aufgeräumt und abgegrenzt ist. Soll hier eine neue Ferien- Hotelanlage entstehen? N 40°11‘33‘‘  E 23°41‘31‘‘  Tageskilometer: 36

Sonntag 13.09.: Am späten Vormittag, nach einer Abkühlung im Meer, fahren wir weiter. Die Geschäfte haben auch sonntags geöffnet und so können wir bei einem Lidl unsere Vorräte auffüllen. Der Stellplatz beim Campinghändler Zampetas in Thessaloniki ist heute geschlossen, aber wir haben Glück, ein Mitarbeiter ist zufällig vor Ort und lässt eins rein. Bei Temperaturen um die 30°C suchen wir uns Schattenplätze. Der Platz ist durch die benachbarte Tankstelle mit Autowaschanlage durch den Generator und durch startende Flugzeuge in unmittelbarerer Nähe ziemlich laut.

Übrigens:

Diese kleinen Knutschkugeln eines türkischen Herstellers, kosten ca. 8 bis 9000 Euro.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Montag 14.09.: Heute ist Arbeitstag. Der Platz bietet eine kostenlose Waschmaschine und die wird von unseren Frauen stark frequentiert. In der Nachbarschaft ist eine Kfz-Werkstatt, hier bekommt der Leo die Bremsen belegt und am Auspuffkrümmer werden neue Muttern auf die Stehbolzen gezogen. Bernhard klagt seit einiger Zeit über zu wenig Strom. Nach langer Diskussion mit Herrn Zampetas entscheidet er sich für eine neue und größere Solaranlage. Bei mir hakt die Markise etwas beim Ein- und Ausfahren. Einige Tropfen Silikonöl und es flutscht wieder.

Dienstag 15.09.: Heute widmen wir uns der Stadtbesichtigung. Mit dem Bus geht es bis zu Ikea. Dort umsteigen und bis zum Wahrzeichen der Stadt, dem Weißen Turm. Er stammt aus dem Jahre 1430 und diente früher dem Schutz des Hafens. Ein paar hundert Meter weiter fahren die Sightseeing Busse ab. Wir beginnen hiermit unsere Stadtrundfahrt. Der erste Halt ist die Hagia Sofia. Diese Kirche der >heiligen Weisheit< liegt weit unter dem heutigen Straßenniveau. De Anfänge stammen aus dem 3.Jhd. Sehr schön ist das 1100 Jahre alte Kuppelmosaik. Wir warten auf den nächsten Bus, die ca. alle 40 Minuten kommen sollen. Wir warten und warten; erst nach 80 Minuten kommt wieder einer und der ist so überfüllt, dass wir stehen müssen und somit nicht unsere Kopfhörer anschließen können. Wir fahren bis zum höchsten Punkt der Stadt, wo eine alte Zitadelle und Reste einer Mauer steht. Von dieser Altstadt aus hat man einen herrlichen Blick über Thessaloniki. Wir wollen nicht wieder so lange auf den Bus warten und fahren mit Taxis in das Zentrum runter. Es ist längst Mittagszeit und so suchen wir uns ein Restaurant in einer Nebenstraße und essen sehr gut. Wir lassen Bus Bus sein und gehen zur Römischen Agora, einem freigelegtem Marktplatz mit angrenzendem kleinen Theater und unterirdischen Gewölben, die zu römischer Zeit als Läden und Vorratsräume gedient haben. Zurück geht es durch die Marktstraßen. Wir kaufen ua. eine Lammkeule und weitere Zutaten für eine Tajine. Bemerkenswert sind hier die vielen Fischauslagen, die bei ca. 30°C verkauft sein wollen! Wir gehen weiter hinunter ans Wasser. Die Rückfahrt wollen wir mit dem Linienschiff machen. Die Fahrt entlang der Küste, mit schönen Blicken auf das hügelige Thessaloniki, dauert eine ¾ Stunde. Danach noch mal eine ¾ Stunde Busfahrt und wir sind nach neun Stunden wieder am SP bei Zampetas eingetroffen. In gemütlicher Weinrunde schließen wir den Tag ab. Da wir auf dem SP kostenlos gestanden haben und für Waschmaschine, Strom, Dusche und Wasser nichts bezahlen dürfen, machen wir für den kleinen Sohn der Zampetas einen Briefumschlag für die Spardose fertig, der dankend angenommen wird.

 

 

 

 

An Parkverbote hält sich hier anscheinend niemand. Die Hütchen sind einfach heruntergefahren.
Auch das Halten in der zweiten und dritten Reihe gehört wohl zum Alltag. Unser Bus musste lange hupen und warten, bis ein Pkw-Fahrer zurückkam und wir die Fahrt fortsetzen konnten. Hinter uns hatte sich inzwischen der Verkehr bis über die Kreuzung gestaut.

 

 

 

 

 

 

Mittwoch 16.09.: Heute Morgen werden noch Restarbeiten an Bernhard seiner Solaranlage vorgenommen und wir lassen in der Waschanlage nebenan unsere Mobile waschen; dann verlassen wir den Stellplatz, der durch nächtliches Hundegebell, startenden Flugzeugen, die über unsere Köpfe hinweg fliegen und Straßenlärm doch recht laut ist. Unterwegs sehen wir viele brachliegende Betriebe.
Wir erreichen den Parkplatz in Vergina und warten die große Mittagshitze ab. Gegen 17 Uhr machen wir uns auf den ca. 300m langen Weg zum Grabhügel. Unter diesem Grabhügel (Æ 110m, Höhe12m) wurde 1977 das unbeschädigte Grab von König Philipp II, des Vaters von Alexander des Großen, entdeckt. Es wurden bisher vier Gräber ausgehoben. Die gefundenen Gräberbeilagen sind unermesslich. Da fotografieren verboten ist, haben wir nur einige heimliche Fotos machen können. Unter dem Hügel ist ein Museum eingerichtet, das sowohl die ausgehobenen Gräber zeigt, wie auch alle Grabbeilagen im Original. Nach Erbauung des Museums, wurde der Hügel originalgetreu wieder aufgeschüttet und begrünt. Eine tolle Anlage!

     
Totenkleidung                        König Philipp II                                                                               Zwei der vielen Mini Figuren aus Stein

 

 

 

Nach dem Gräberbesuch haben wir uns der Tajine gewidmet.
Die Sonne hat sich hinter einigen Granatapfelbäumen zurückgezogen und so war die Temperatur angenehm.
Unsere Frauen haben vorbereitet und Lutz hat gekocht. Geschmeckt hat es ausgezeichnet.
N40°29‘06‘‘  E22°19‘10‘‘  Tageskilometer: 116

 

 

 

Donnerstag 17.09.: Über Autobahn und gewundener Landstraße bergauf und -ab erreichen wir die Meteoren Klöster Varlaam und Sotiros. Bereits im 14. Jhd. haben Mönche auf den steil (bis zu 200m) aufragenden Felsen die ersten Klöster errichtet. Alles musste damals mit Handwinden heraufgezogen werden. Heute stehen hierfür wenigstens elektrische Winden zur Verfügung. Auch gibt es heute gut ausgebaute Straßen mit viel Parkplatz für Busse, die hier täglich in Massen einfallen. Wir fahren auf der linken Seite auf den Schotterplatz, auf dem wir schon vor 13 Jahren übernachtet haben. Die beiden Klöster in Sichtweite liegen auf den Felsen. Gegen 15 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Warlaam-Kloster, das wir in ein paar Minuten erreichen. Bis zum Eingang haben wir aber 161 Stufen zu ersteigen. Die Kleiderordnung schreibt vor, dass Männer lange Hosen und Hemd anhaben müssen. Bei Frauen ist ein langer Rock (Hose gilt nicht) und schulterbedecktes Oberteil Vorschrift. Dann sehen wir wieder eines der goldüberhäuften, mit reichlich Ikonen ausgestatteten und mit vielen Fresken versehenen orthodoxen Gotteshäuser und die Nebengebäude. Eine neue Kapelle wird gerade neu errichtet.

 

Nach diesem Besuch machen wir uns auf zum Sotiros-Kloster. Nach einem Marsch von ca. 10 Minuten, bei großer Hitze, erreichen wir den Eingang und müssen zuerst 112 Stufen hinunter und dann 210 Stufen hinauf, um den Eingang zu erreichen. Dieses Kloster ist größer als Varlaam. Es beherbergt u.a. ein Museum, indem vor allem der griechische Widerstand gegen die deutsche Wehrmacht verherrlicht wird. Die Beinhalle, in dem Köpfe vieler Mönche in Regalen aufgereiht sind, ist leider geschlossen.

Nach der Rückkehr zu den Mobilen werden wir eingeladen, doch zur Pension Arsenis zu kommen. Dort können wir kostenlos stehen und die Mutter kocht selbst. Wir lassen uns überreden und fahren die 4 Kilometer dorthin. Das Essen ist in Ordnung und wir haben auch hier einen schönen Blick in die Bergwelt.
Parkplatz Warlaam-Kloster: N39°43‘33‘‘  E21°37‘57‘‘   Parkplatz Arsenis-SP: N39°42‘32‘‘  E21°39‘16‘‘   Tageskilometer: 181

Freitag 18.09.: Wir verlassen die wunderschöne Felsenlandschaft, kaufen beim Lidl noch ein und dann geht es über Larissa und Autobahn (16,40€) zum Fährhafen Glyfa. Die Überfahrt dauert genau 30 Minuten und wir sind auf der Insel Evia. Wir fahren ca. 30 Kilometer auf der westlichen Küstenstraße und dann über den Bergrücken auf die Ostseite der Insel. Bei Kria Vrissi finden wir eine schöne Bucht. Unser Platz ist direkt vor einer kleinen bepflanzten Düne, mit Dusche. Bei lächerlichen 35°C richten wir uns hier ein. Weil hier alles so schön grün ist, gibt es auch reichlich Mücken. Diese Plagegeister nerven. Da schaffen selbst die Fledermäuse keine Abhilfe. N38°50‘18‘‘  E23°28‘01‘‘  Tageskilometer: 263

  

Samstag 19.09.: Da wir auf der Ostseite der Insel stehen, gibt es leider keinen Sonnenuntergang im Meer zu sehen; dafür aber schöne Sonnenaufgänge. Nach einem Bad im Meer lassen wir es uns bei einem zweiten Frühstück gut gehen. Mittagessen fällt aus, den heute Abend gibt es Spaghetti in Wein gekocht und leckeren Salat aus dem Hause Mürbe. Danke dafür!

  

 

 

 

 

Sonntag 20.09.: Die Sonne meint es wieder recht gut, aber wir nehmen den weiten Weg von 500m auf uns und statten der Taverne hinter dem Priel am Strand einen Frühschoppen-Besuch ab.
Die Brücke ist nicht vom Feinsten, aber sie hält noch. Bier vom Fass gibt es nicht, uns schmeckt das >Agfa< aus der Dose auch recht gut.

 

Montag 21.09.: Heute Nacht fängt es an zu gewittern und die Temperatur ist von über 30°C auf 17°C abgesackt. Das Wetter wird nicht besser und so entschließen wir uns dazu nach Athen zu fahren. Wir kommen gegen 13 Uhr hier an und stellen uns auf einen kleinen Busparkplatz am Olympia-Zentrum. Der Bummel um die Hauptarena zeigt, dass hier vieles dem Verfall preisgegeben ist. Die Olympiade 2004 ist eben doch schon lange her. Am Abend geht ein starkes Gewitter über Athen nieder.
N38°02‘23‘‘  E23°47‘34‘‘  Tageskilometer: 134

Dienstag 22.09.: Heute Morgen quälen wir uns durch den Berufsverkehr und setzen um auf den CP-Athens. Nachdem wir die zugewiesenen Plätze eingenommen haben, fahren die Freunde mit Bus und U-Bahn in die Stadt. Ich selbst fahre mit einem Taxi ins 18 Kilometer entfernte KAT-Hospital. Vor einigen Tagen bin ich auf zwei Stufen gestolpert und habe starke Schmerzen im Rippenbereich. Wie ich selbst schon vermutet habe, wird ein Rippenbruch diagnostiziert. Ich weiß jetzt wo ich dran bin und kann mich entsprechend verhalten. Am späten Nachmittag kommen die Freunde zurück und berichten von den Besichtigungen. Das Wetter hat sich wieder erholt und für die nächsten Tage sind bis 27°C prognostiziert. Wie ich gestern bei dem Starkregen festgestellt habe, ist eine Dachluke undicht. Bernhard ist so nett und klebt sie neu ab. Herzlichen Dank! N38°00‘31‘‘  E23°40‘20‘‘  Tageskilometer: 23

  

Mittwoch 23.09.: Die Weiterfahrt verzögert sich heute Morgen. Ritas Blutdruck ist stark abgesackt, das Frühstück ist zurückgekommen und es quälen sie Schwindelgefühle. Wir lassen eine Ambulanz kommen und werden ins Krankenhaus gefahren. Die dortige Untersuchung (Abhören, Blutprobe, Bauch röntgen) zeigen keine Auffälligkeiten. Gegen 13 Uhr sind wir wieder per Taxi zurück auf dem CP und los geht’s. Unser Ziel ist Istmia am Kanal von Korinth. Wir haben einen schönen Platz direkt an der absenkbaren Brücke und können auch mehrere kleine und große Schiffe sehen, die hier durchgeschleust werden. Die großen Schiffe, die gerade so durch den 24 Meter breiten Kanal passen, werden mit einem Lotsenboot durchgeschleust. N37°55‘05‘‘  E23°00‘29‘‘  Tageskilometer: 70

 

Donnerstag 24.09.: Wir fahren heute durch hügelige sehr schöne Landschaft, geprägt von zigtausend Olivenbäumen die sich vor Freude schütteln, wegen der exorbitanten Subventionen aus der EU. Zuerst fahren wir Mykenes an. Auf dem nahe gelegenen Hügel sind die Reste einer Königsburg zu sehen. Sie hatte ihre Blütezeit um 1500 v. Chr. Gleich hinter dem berühmten Löwentor befindet sich der Kreis der Königsgräber. Es wurden 19 Skelette gefunden; alle mit reichlich Beilagen. Unter anderem fand Schliemann hier die Totenmaske von Agamemnon, dem Anführer im Krieg der Griechen gegen Troja. N37°43‘50‘‘  E22°45‘16‘‘ Kilometer: 52

  

 

 

 

Nach der Besichtigung fahren wir nach Epidavros. Dieser Ort war in der Antike ein bekannter Kurort. Sein kulturelles Zentrum war der geheimnisvolle Rundtempel.
Bedeutend ist das sehr gut erhaltene Amphitheater, dessen Akustik so gut ist, das man auf den oberen Rängen (es gibt 56 und bis oben sind es 112 Stufen) noch hören kann, wenn unten eine Münze zu Boden fällt.
N37°35‘49‘‘  E23°04‘27‘‘ Kilometer: 48  Tageskilometer: 100

Freitag 25.09.: Bereits um 8 Uhr geht’s auf die Reise. Teilweise durch grandiose Bergwelt mit vielen Haarnadelkurven bis auf Höhe 737m. Weiterhin begleiten uns ständig die Olivenhaine. Gegen 13 Uhr erreichen wir bei 28°C das Hafenstädtchen Gythio und parken am Kai, bei den Yachten und Fischerbooten. Die Restaurants laden zum Essen ein und wir lassen uns nicht lange bitten. Am Nachmittag machen wir einen Gang durchs Örtchen. Später kommt die Polizei und sagt: Parken Ja, Übernachten Nein! N36°45‘28‘‘  E22°34‘11‘‘  Also fahren wir weiter und finden 6 Kilometer weiter eine Bucht mit der einladenden Taverne >Ogiados<. N36°43‘28‘‘  E22°32‘26‘‘  Tageskilometer: 190

Samstag 26.09.: Heute Nacht beginnt ein Gewitter, das sich heute Morgen zu einem Unwetter entwickelt. Es regnet wie aus Kübeln und der Zugang zur Taverne ist zu einem Meer geworden. Das Wasser steht teilweise kniehoch. Drei Mobile auf der anderen Seite werfen noch rechtzeitig den Motor an und kommen auf unsere, etwas höhere, Seite. Nach vier Stunden hört der Regen auf und die Sonne kommt zum Vorschein. Der Wirt versucht derweil das Wasser wegzupumpen, damit der Weg zu seinem Lokal wieder frei wird. Wir machen ein zweites ausgiebiges Frühstück. Am Nachmittag wird immer noch gepumpt und wir nehmen ein Bad im Meer. Heute Abend bietet der Wirt Spanferkel an. Das lassen wir uns nicht entgehen und gehen durch das immer noch fußhohe Wasser in Badelatschen in die Taverne (fremde Gäste werden mit dem VW-Bulli gefahren). Das Essen war köstlich Übrigens: Den Rückweg konnten wir, leicht alkoholisiert, inzwischen trockenen Fußes zurücklegen.

  

Sonntag 27.09.: Ich wache auf und sehe durch die Palmen die Sonne aufgehen und hoch oben am Himmel die Venus. Ein herrlicher Tag beginnt. Wir hatten gestern entschieden noch einen Tag zu bleiben, den wir hier genießen. Am Abend ist wieder Tavernenbesuch angesagt. Heute essen wir Ziege in Tomatensoße. Lecker!

Montag 28.09.: Wir verabschieden uns aus der schönen Bucht und von Andreakos aus der Taverne Ogialos. Es geht entlang der Küstenstraße und wieder durch grandiose Bergwelt nach Kalamata. N37°01‘34‘‘  E22°06‘35‘‘  Kilometer: 103. Der Hafen liegt weitab von Strand und Zentrum, so dass wir uns entschließen weiterzufahren. Bei 33°C fahren wir westwärts Richtung Pylos, ans Ionische Meer, in die Bucht Navarina. Dann irgendwann links ab ans Meer und immer am Wasser entlang, bis wir eine schöne Stelle finden, die uns gefällt. N36°57‘24‘‘  E21°40‘21‘‘  Tageskilometer: 158

  

 

 

 

Dienstag 29.09.: Das Wetter ist weiterhin schön und das Meer warm, so dass wir heute noch hier verweilen. Im Hinterland ist es grün und wir machen in der Morgenkühle einen Spaziergang. Nachmittags wieder baden bei 24°C. Später gehen wir Richtung Felsen und sehen Silberreiher, Graureiher und die Reste der Burg Navarino.

 

Mittwoch 30.09.: Heute geht es entlang der Küste und auf der ganzen Strecke begleiten uns die Olivenbäume. Zwischendurch hie und da mal ein kleines Feld Gemüse (Kartoffeln, Tomaten, Zucchini usw.). Wir biegen bei Agiannakis ab und finden eine langen Strand. Weite Bereiche sind als Privat ausgeschildert, aber es gibt keine Einzäunungen. Wir lassen uns ca. 30m vor dem Wasser häuslich nieder. Am späten Nachmittag (25°C) mache wir einen Gang durch den nahen Pinienwald. Es bezieht sich gegen Abend und es fallen ein paar Regentropfen.

 

Mit etwas Verspätung gibt es dann die bewährte Eierpfanne von Rita und Bernhard, wie immer lecker. Danke!

 

  

Nach dem Essen bewundern wir über dem Meer die Wolkenformationen. Brehms-Tierleben hätte seine reine Freude gehabt über die vielen Wolkentiere, die wir erkannt haben. Später genießen wir bei griechischem Rotwein den südlichen Sternenhimmel; immer wieder schön! N37°21‘16‘‘  E21°41‘29‘‘   Tageskilometer: 61

  

Donnerstag 01.10.: Nach dem Wolkenhimmel von gestern Abend beginnt der heutige Tag wieder sonnig. Zuerst bringen wir Lutz ein Ständchen, denn er ist heute 66 Jahre alt geworden. Nach einem zünftigen Frühstück statten wir dem Pinienwald wieder einen längeren Besuch ab. Wir staunen immer wieder, wie sowohl die Pinien im frischen Grün dastehen und auch das Gras auf dem Waldboden neu sprießt. Ein zweiter Frühling! Hier haben wir auch erstmals die Kermes-Eiche kennengelernt. Ein Bad im Meer erfrischt uns danach. Gaby hat einen griechischen Salat gemacht, den wir mittags genießen. Damit wir nicht vom Fleisch fallen, hat  Hermi für das Geburtstagskind und uns einen Schüttelkuchen zur Kaffeezeit vorbereitet. Zum Abendessen hat Gaby für uns alle Spaghetti-Gambari gekocht. Lecker! Erstmals sitzen wir heute Abend bei einem improvisierten Feuer beisammen, das eine heimelige Stimmung bringt.

     

Freitag 02.10.: Beim Gang zum Abfallbehälter sehen wir einen alten Feigenbaum, der in einem verfallen Haus ohne Dach steht. Wir probieren die Feigen, sie schmecken gut. Nach dem Vormittagsbad gibt es heute Zucchinisuppe von den Früchten, die wir gestern in einem verlassenen kleinen Feld im Pinienhain gepflückt haben. Lecker! Nach der Kaffeezeit fangen die Frauen an zu zocken und wir schnappen uns Lutz seinen langen Apfelpflücker und besuchen den Feigenbaum wieder. Wie immer sitzen die besten Früchte oben im Baum, aber es lohnt sich. Wir haben unseren Spaß und die Früchte verfaulen nicht am Baum. Wir sehen hier auch eine Eichenart, die wir vorher nicht kannten. Es ist die Kermes-Eiche!

     

Samstag 03.10.: An diesem Strand haben wir das Wasser genug genutzt. Wir suchen uns eine neue Bucht. Im nächsten Ort wird Proviant gekauft und an der Tankstelle Wasser gefasst. Auf unserer heutigen kurzen Fahrt haben wir über weite Strecken Gewächshäuser gesehen. Allerdings im Vergleich zu Spanien sind es hier nur kleine Flächen. Bei Zaharo biegen wir ab. Am Strand weist Lutz mich auf einen Schotterstreifen ein, der sich aber als zu weich herausstellt. Also muss der Bergegurt her und ruck zuck bin ich wieder draußen. Danke! N37°29‘14‘‘  E21°36‘58‘‘  Tageskilometer: 23

  

 

 

Sonntag 04.10.: Heute Morgen geht der Gang nicht durch den Pinienwald und die Orangeplantage, sondern barfuss am Meer entlang.
Unterwegs treffen wir diesen festgewachsenen Angler. Nett gemacht!
Bei schwachen 23°C gibt es im Meer eine Abkühlung.

 

Montag 05.10.: Heute wollen wir etwas für die Kultur tun. Wir verlassen unseren Strand und fahren nach Olympia. Seit 1989 UNESCO-Welterbe. Hier wurden erstmals 776 v.Chr. bis ins späte 4.Jhd.n. Chr. die heiligen Olympischen Spiele ausgeführt. Noch heute wird hier vor dem Hera-Tempel alle vier Jahre das Olympische Feuer entzündet. Dies wurde erstmals durchgeführt zu den modernen Spielen, die 1936 in Berlin stattfanden. Ausgetragen wurden früher alle Spiele zu Ehren des Göttervaters Zeus. Es ist ein großes Gelände voller Ausgrabungen und Zeugnisse, das wir ca. 2½ Stunden erkundet haben. Um alles richtig einordnen zu können, brauchte es aber Tage. Auch Fotos von den alten Tempeln, Häusern und Austragungsstätten sind schwer zu machen. Ich empfehle für weitere Details auf Wikipedia nachzusehen. Wir ruhen uns den Nachmittag aus und besuchen gegen Abend den Ort, kaufen einige Dinge die man eigentlich nicht braucht und lassen es uns in einem speziellen Lokal, das die Griechen besuchen, gut schmecken. An unserem Parkplatz gibt es dann noch einen Schlürschluck von Bernhard. N37°38‘39‘‘  E21°37‘39‘‘  Tageskilometer: 28

 

Kleiner Teil des Geländes

    

Dienstag 06.10.: Heute wollen wir wieder ans Meer, aber erstmals gestaltet sich die Suche nach einer passenden Stelle schwer. So landen wir dann schließlich auf einem CP bei Palouki. Das passt sich auch gut, denn unsere WWW= Waschwütigen Weiber möchten die Waschmaschine in Schwung bringen. Zum Wasser haben wir es sehr weit, schlappe 100m.
Heute habe ich mal ein paar heiligen Schreine fotografiert. Man sieht sie überall in Griechenland an den Straßen und an den Grundstücken. Es gibt sie von sehr klein, bis ganz groß. Reiche Leute bauen sich auch manchmal welche, in die man hineingehen kann. In allen brennt das ewige Licht zu Ehren der Verstorbenen.
N37°45‘12‘‘  E21°18‘19‘‘  Tageskilometer: 54

  

 

 

 

 

Mittwoch 07.10.: Wir lassen es uns heute auf dem CP noch mal gut gehen. Es wird klariert und gefaulenzt.
Diese lieben Leute sind mit zwei kleinen Kindern (2 und 4 Jahre) mit dem Flugzeug aus Dresden gekommen und bereisen nun den Peleponnes mit dem Fahrrad. Na denn, gute Fahrt.

 

 

Donnerstag 08.10.: Gestern Abend hatten wir noch ein heftiges Gewitter, aber heute früh lacht uns wieder ein blanker Himmel. Hinter uns wird der CP geschlossen; wir waren für diese Saison die letzten Gäste. Wir kommen durch Gastruni. Hier ist großer Markt und so machen wir einen Zwischenstopp. Die Temperatur liegt inzwischen bei 25°C und wir bummeln zuerst durch den Klamottenmarkt und dann weiter zu Obst und Gemüse. Mit Tüten beladen kehren wir zu den Mobilen zurück. Der erste Versuch an einen Strand zu kommen schlägt fehl, weil alles zugebaut ist. Ein Grieche, der in Deutschland lebt, gibt uns einen Tipp und so landen wir in Loutra Killinis. Die Straße oberhalb des Strandes ist eine Sackgasse und hier können wir gut stehen. Das Baden macht hier besonders viel Spaß, weil die Brandung schöne hohe Wellen macht, in die wir uns gerne fallen lassen. Beim abendlichen Spaziergang am Strand sehen Bernhard und ich in ca. 2 Kilometer Entfernung hinter einer Düne fünf Mobile stehen. Den Platz wollen wir morgen auch aufsuchen. N37°51‘51‘‘  E21°06‘34‘‘  Tageskilometer: 37

  

Freitag 09.10.: Wir setzen um auf den Platz, den wir gestern gesehen haben. Das Wetter ist herrlich und so sitzen wir am Abend bei Bier und Wein und 22°C zusammen. Ich habe leider die Nachricht bekommen, dass die defekte Heizung im Haus nicht reparabel ist. Ich werde also morgen früh versuchen ein Fährticket von Patras nach Venedig zu bekommen. N37°52‘27‘‘  E21°06‘27‘‘  Tageskilometer: 8

Samstag 10.10.: Wie gestern angekündigt, zieht heute ein Tief über Griechenland hinweg. Am Morgen kommen die ersten Schauer. Mittags verlassen wir unsere Bucht und steuern zuerst Patras an. Wegen Ausbuchung, kann ich erst am Montag im 17.30 (Patras-Ancona) starten. Ich buche Camping an Bord für 401€.
Bei 23°C und Regenschauer fahren wir weiter nach Diakoflo. N38°11‘30‘‘  E22°11‘57‘‘   Tageskilometer: 145

Sonntag 11.10: Wir haben uns Tickets für die Zahnradbahn gekauft (19€/Pp). Es geht durch steile Schluchten -direkt neben den Geleisen, hautnahe Felswände –die teilweise überhängen, über kleine Brücken und durch Tunnel, die 22 Kilometer hinauf auf 700m Höhe. Zwischendurch wird aus der hochmodernen Schmalspurbahn, wenn es steiler bergan geht, durch Hinzufügen einer mittleren Zahnradspur eine Zahnradbahn. Nach genau 60 Minuten erreichen wir Kalafrita. Dieser Ort hat wegen der Erschießung der männlichen Bewohner durch die deutsche Wehrmacht im 2. Weltkrieg Schlagzeile gemacht. Ein Denkmal erinnert an die Schandtat. Auf der Hinfahrt hat uns die saubere Luft gute Fotosicht gewährt. Zurück setzten wieder heftige Regenschauer ein. Unterwegs müssen wir einmal anhalten, weil eine Ziege, die ein Kabel vom Telegrafenmast um den Hals hat, die Geleise versperrt. Am Bahnhof warten wir den Regen bei Kakao und Kaffee ab. Dann geht es zurück zu den Mobilen. Am Abend gehen wir am kleinen Hafen noch mal gemeinsam essen, denn morgen müssen wir uns leider trennen, da mich eine defekte Heizung im Haus und Arzttermine früher heimwärts führen.
Den weiteren Verlauf der Reise könnt Ihr unter www.das-fernweh-ruft.de verfolgen.

  

  

 

     

  

Montag 12.10.: Heute Morgen traurige Verabschiedung und dann starten wir Richtung Patras (Neuer Fährhafen). Bei sommerlicher Temperatur von 27°C verlassen wir um 17.30 Uhr Griechenland Richtung Ancona und schauen von der Fähre aus die riesige Brücke, die das Festland mit der Insel Peloponnes verbindet. Man kann aber auch noch mit einer Fähre fahren, -ist preiswerter als die Brücke. N38°13‘36‘‘  E21°43‘18‘‘  Tageskilometer: 62 (+Fähre) 

  

Dienstag 13.10.: Nach einer ruhigen Nacht auf See fahren wir heute Italien entgegen und legen leicht verspätet um 16,45 Uhr in Ancona an. Unsere Fahrt führt uns heute noch weiter auf der Autobahn (14.30€) nach Bologna. Hier besuchen wir unseren Sohn; es ist ein schönes Wiedersehen, Tageskilometer: 218

Mittwoch 14.10.: Wir starten früh und können Bologna schnell verlassen. Die Autobahn verlassen wir bei Bozen (19,70€). Über den Reschenpass und den Fernpass erreichen wir ohne Maut Deutschland und fahren weiter bis Kempten.

Euer Oker-Löwe

       

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